Der Literatur- und Filmwissenschaftler Hanno Loewy begibt sich in einer literarischen Lesung auf eine gedankliche Reise durch mediterrane Landschaften – von Sizilien bis ins Languedoc. Im Zentrum steht dabei der Phantasiereiseführer „Ein Baedeker der Seele“ des ungarischen Autors Béla Balázs.
Die Texte verbinden poetische Reflexionen mit philosophischen Betrachtungen über das Reisen: Wandern erscheint als existenzielles Bekenntnis, flüchtige Begegnungen als prägende Erfahrungen. Motive wie ein Flüchtlingsschiff im Schwarzen Meer, Naturbeobachtungen am Wörthersee oder kulturelle Eindrücke aus Istanbul und Arosa verweben sich zu einer vielschichtigen Erzählung über Fremdheit, Heimat und Erinnerung.
Loewy, der bis April 2026 Direktor des Jüdisches Museum Hohenems war, bringt dabei seine wissenschaftliche Perspektive ein. Seine Arbeit verbindet Literatur-, Film- und Kulturgeschichte mit Fragen der jüdischen Gegenwart und Vergangenheit sowie der Erinnerungskultur.
Die Lesung eröffnet so einen Raum zwischen Literatur und Reflexion, in dem Reisen nicht nur als geografische Bewegung, sondern als innere Erfahrung und kulturelle Selbstverortung verstanden wird.
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