Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Gott hat kein Museum“ spricht der österreichische Künstler Werner Reiterer mit Kurator Johannes Rauchenberger über Kunst, Religion und die gesellschaftliche Bedeutung des Fundamentalismus. Ausgangspunkt des Gesprächs sind Reiterers Werke in der Ausstellung, darunter die Installation „Draft for an Altar“ (2008) sowie das Werk „Wer Wind sät …“ (2014), dessen metaphorische Aussage angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen neue Aktualität gewinnt.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie religiöser Fundamentalismus und die politische Vereinnahmung christlicher Symbole durch rechtspopulistische und extrem rechte Bewegungen künstlerisch reflektiert werden können. Reiterers Arbeiten setzen bewusst auf Ironie und kritische Distanz, um den Missbrauch religiöser Motive sichtbar zu machen und Denkanstöße zu geben.
Im Gespräch entwickelt Reiterer zudem einen kunsttheoretischen Ansatz, der Kunst im Spannungsfeld von Theologie, Philosophie und Ästhetik verortet. Seine jüngeren Arbeiten zu Heiligenfiguren versteht der Künstler als Auseinandersetzung mit den frühen Biografien der westlichen Kulturgeschichte und als Reflexion über individuelle Identität und gesellschaftliche Werte.
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