
Ausstellung im Museum Angewandte Kunst hinterfragt die Gestaltung demokratischer Symbole
27. August | 19:00
Eine Wahlurne, ein Wappentier und ein Verdienstorden – drei alltägliche Objekte, die Demokratie sichtbar machen und dennoch selten hinterfragt werden. Die Ausstellung „Adler, Orden, Wahlurne. Redesigning Democratic Representation“ lädt dazu ein, diese vertrauten Symbole neu zu betrachten und zu diskutieren, ob sie noch den Vorstellungen einer zeitgemäßen Demokratie entsprechen.
Im Mittelpunkt stehen die Wahlurne, der Bundesadler und das Bundesverdienstkreuz. Während Wahlurnen vielerorts noch aus funktionalen, zweckentfremdeten Behältern bestehen, verweist der Bundesadler auf eine Symbolgeschichte, die weit vor der Demokratie beginnt. Auch das Bundesverdienstkreuz trägt bis heute gestalterische Einflüsse christlicher und militärischer Traditionen. Internationale Designerinnen und Designer entwickeln in der Ausstellung neue Entwürfe, die demokratische Repräsentation zeitgemäß, offen und zukunftsorientiert interpretieren.
Die Ausstellung ist Teil des dreijährigen Forschungsprojekts Re-De-Re (Redesigning Democratic Representation), das Gestaltung und Politikwissenschaft miteinander verbindet. Während Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den parlamentarischen Alltag und die Mechanismen politischer Repräsentation untersuchen, entwickeln Gestalterinnen und Gestalter konkrete Designvorschläge, die demokratische Prozesse und Symbole neu denken. So entstehen Objekte, die Forschung, Politik und Öffentlichkeit miteinander ins Gespräch bringen.
Zu sehen sind Arbeiten von Rozbeh Asmani, Maciej Chmara & Anna Rosinke, Esra Gülmen, Juan Guse, Jianping He, Nadine Kolodziey und Ingo Offermanns. Die Ausstellung macht deutlich, dass Demokratie nicht nur durch politische Entscheidungen, sondern auch durch Gestaltung geprägt wird – und lädt Besucherinnen und Besucher ein, diesen Prozess aktiv mitzudenken.
Das Forschungsprojekt Re-De-Re ist eine Kooperation der Hochschule für bildende Künste Hamburg und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und wird von der VolkswagenStiftung gefördert. Kuratiert wird die Ausstellung von Friedrich von Borries, die Ausstellungsgestaltung entstand gemeinsam mit Philipp Cartier.
Museum Angewandte Kunst
60594 Frankfurt, Hessen Google Karte anzeigen Veranstaltungsort-Website anzeigen
