„Durch die Blume”: Wenn Blumen mehr erzählen als nur Farbe und Duft

Im Volkskundemuseum am Paulustor eröffnet die Ausstellung „Durch die Blume. Geschichten vom Schenken” neue Perspektiven auf die Sprache der Blumen. Sie zeigt, wie Pflanzen Liebe, Trost und Versöhnung ausdrücken – und warum der frische Blumenstrauß als Geschenk eine relativ junge Erfindung ist.

Mehr als nur hübsch: Die geheime Sprache der Blumen

Blumen begleiten uns durch alle großen und kleinen Momente des Lebens. Ob als Liebesbeweis, Dankeschön, Trostspender oder Versöhnungsangebot – sie transportieren Gefühle, für die Worte manchmal nicht ausreichen. Doch hinter dem scheinbar selbstverständlichen Gesten stecken oft unsichtbare gesellschaftliche Regeln und kulturelle Codes. Die Ausstellung im Volkskundemuseum am Paulustor widmet sich genau dieser facettenreichen Welt floraler Geschenke und beleuchtet ihre symbolische, politische und persönliche Kraft.

Glas, Papier und Stoff: Die Vorfahren des Blumenstraußes

Wer heute zum Blumenladen um die Ecke geht, tut etwas, das erst seit etwa 150 Jahren selbstverständlich ist: frische Blumen verschenken. Zuvor waren es kunstvoll gefertigte Bouquets aus Glas, Papier oder Stoff, die als geschätzte und vor allem beständige Gaben dienten. Die Schau erzählt von dieser Wandlung und zeigt, wie regionale Kunstblumen-Manufakturen einst ganze Handwerksstränge prägten. Damit wird sichtbar, dass unser heutiger Umgang mit Blumen keineswegs in Stein gemeißelt ist, sondern sich im Laufe der Zeit stark verändert hat.

Pflanzen als intelligente Mitgestalter

Die Ausstellung blickt aber nicht nur zurück, sondern auch in die Gegenwart und Zukunft. Aktuelle Perspektiven zeigen Pflanzen als intelligente Mitgestalter unserer Umwelt. Zudem wird die Rolle von Blumen als Ausdruck von Selbstfürsorge und bewusster Zuwendung beleuchtet – ein Thema, das in unserer heutigen Zeit neue Bedeutung gewinnt.

Kunstprojekt in der Antoniuskirche: Forget-Me-Not

Ergänzt wird die Museumsschau durch das Kunstprojekt „Forget-Me-Not / Vergissmeinnicht” von Regula Dettwiler in der Antoniuskirche. Gemeinsam eröffnen Ausstellung und Kunstprojekt neue Perspektiven auf die Sprache der Blumen in Vergangenheit und Gegenwart und laden dazu ein, das Schenken und Empfangen von Blumen mit frischen Augen zu betrachten.

Achtung!

Die Kunstinstallation „Forget-Me-Not / Vergissmeinnicht“ von Regula Dettwiler ist aufgrund von Veranstaltungen in den folgenden Zeiträumen nicht zu sehen: 15.06.–07.07. sowie 05.10.–14.10.

Wir bitten vielmals um Verständnis.

Mehr unter: www.museum-joanneum.at/

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