Labor, Werkstatt, Denkraum: Belvedere besucht Thomas Baumann in seinem Atelier

Gefundene Materialien, kinetische Skulpturen, Natur und Bewegung – das Belvedere gewährt mit seinem Studio-Visit-Format einen seltenen Blick in die Werkstatt des österreichischen Künstlers Thomas Baumann.

Ein Atelier wie ein Forschungslabor

Wer das Atelier von Thomas Baumann nahe Wien betritt, findet sich an einem Ort, der sich einer eindeutigen Beschreibung entzieht: halb Labor, halb Werkstatt, halb Denkraum. Hier entstehen kinetische Skulpturen – Werke, die sich bewegen, auf ihre Umgebung reagieren und die Grenze zwischen mechanischer Präzision und natürlicher Unvorhersehbarkeit erkunden. Im Rahmen der Reihe „Belvedere Studio Visits” öffnet Baumann die Türen dieses ungewöhnlichen Arbeitsorts.

Gefundene Materialien, mechanische und digitale Technologien

Im Gespräch erzählt Baumann von seiner Arbeitsweise: Ausgangspunkt sind häufig gefundene Materialien – Objekte und Fragmente, die bereits eine Geschichte tragen und nun in neue Zusammenhänge gesetzt werden. Mit mechanischen und digitalen Technologien verleiht er ihnen Bewegung und macht so das Zusammenspiel von Natur, Zeit und Mechanik sichtbar und erfahrbar. Seine kinetischen Skulpturen sind keine bloßen Maschinen – sie haben etwas Organisches, bisweilen beinahe Atmendes.

Eine persönliche Geschichte mit dem 20er Haus

Besonders persönlich wird das Gespräch, wenn Baumann über seine Verbindung zum ehemaligen 20er Haus spricht – dem Vorgängerbau des heutigen Belvedere 21. Der Ort hat seinen Weg zur Kunst geprägt, und diese biografische Verbindung verleiht dem Studiobesuch eine zusätzliche Dimension: als Gespräch nicht nur über künstlerische Praxis, sondern auch über die Wege, auf denen Menschen zur Kunst finden.

Belvedere Studio Visits: Kunst im Entstehen

Die Reihe „Belvedere Studio Visits” macht genau das sichtbar, was im fertigen Ausstellungsbetrieb oft verborgen bleibt: den Prozess, die Suche, die Werkstatt. Der Besuch bei Thomas Baumann ist dabei ein besonders lohnender Einblick in eine künstlerische Praxis, die zwischen Ingenieurdenken und poetischer Naturbeobachtung angesiedelt ist.

Mehr unter: belvedere.at

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