
Miriam Rürup im Gespräch mit Dinah Riese: Statelessness and Visions of Belonging
29. September | 19:00
Digital Lecture Series Menschenrechte als letzte Utopie. Migration und jüdische Geschichte
Das Jüdisches Museum Berlin setzt seine digitale Vorlesungs- und Gesprächsreihe Menschenrechte als letzte Utopie. Migration und jüdische Geschichte mit einer Veranstaltung zu Staatenlosigkeit, Staatsbürgerschaft und Menschenrechten fort. Die fünfteilige Reihe widmet sich historischen und aktuellen Fragen von Flucht, Migration und internationalem Menschenrechtsschutz und greift dabei ein Zitat des Historikers Samuel Moyn auf, der die Menschenrechte als „letzte Utopie“ unserer Zeit bezeichnete.
Im Mittelpunkt der Reihe steht die Frage, wie seit den 1930er Jahren angesichts von Verfolgung, Vertreibung und Massenauswanderungen die Grundlagen eines internationalen Flüchtlingsrechts entstanden sind – und welche Bedeutung ihnen heute zukommt. Die Journalistin Dinah Riese diskutiert dazu mit renommierten Wissenschaftler*innen über jüdische Fluchtgeschichte, Menschenrechtspolitik und aktuelle migrationspolitische Herausforderungen. Ein zentraler Bezugspunkt ist die Genfer Flüchtlingskonvention.
Die letzte Lecture der Reihe widmet sich der Frage, welche Bedeutung Staatsbürgerschaft in modernen Einwanderungsgesellschaften besitzt – als Voraussetzung für politische Teilhabe, soziale Rechte und menschenrechtlichen Schutz. Im Zentrum steht dabei die Erfahrung von Staatenlosigkeit: Wie entsteht sie, warum bleibt sie bis heute ein globales Massenphänomen und welche konkreten Auswirkungen hat sie auf das Leben der Betroffenen?
Die Veranstaltung untersucht, wie das von Hannah Arendt formulierte „Recht, Rechte zu haben“ jenseits nationalstaatlicher Zugehörigkeit juristisch, politisch und gesellschaftlich gedacht werden kann. Zugleich wird diskutiert, wie eng Fragen von Citizenship und Menschenrechten miteinander verbunden sind und welche Möglichkeiten es gibt, staatsbürgerliche Rechte zu erweitern und neue Formen politischer Solidarität zu entwickeln.
Gesprächspartnerin von Dinah Riese ist die Historikerin Miriam Rürup. Sie ist Professorin für europäisch-jüdische Studien sowie Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam.
Hetty Berg betont die internationale Ausrichtung und gesellschaftliche Relevanz der Reihe. Ziel sei es, historische und philosophische Grundlagen heutiger Menschenrechte sichtbar zu machen und zugleich zu diskutieren, wie stark diese Errungenschaften gegenwärtig unter Druck geraten. Die Reihe wolle dazu beitragen, den Blick auf Migration zu erweitern und neue Perspektiven auf eine gerechtere Zukunft zu eröffnen.
Jede Veranstaltung beginnt mit einem Vortrag der eingeladenen Persönlichkeit, gefolgt von einem Gespräch mit Dinah Riese und einer anschließenden Publikumsdiskussion.
Wie alle Veranstaltungen der Reihe wird auch diese Lecture live gestreamt und anschließend auf dem YouTube-Kanal des JMB sowie als taz Talk veröffentlicht. Die Reihe entsteht in Kooperation mit der taz und wird von der Berthold Leibinger Stiftung unterstützt.
Mehr unter: www.jmberlin.de
