Museum Folkwang und Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv haben ihr Pilotprojekt zur Digitalisierung des Folkwang-Archivs abgeschlossen

Das zweijährige Pilotprojekt zur Digitalisierung des Archivs des Museum Folkwang ist erfolgreich abgeschlossen. In Kooperation mit dem Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv wurden rund 250 historische Akten aus den Jahren 1898 bis 1955 digitalisiert und online zugänglich gemacht. Die Unterlagen können ab sofort kostenlos und ortsunabhängig recherchiert werden – ein bedeutender Fortschritt insbesondere für die Provenienzforschung.

Im Zentrum des Projekts steht die erstmalige umfassende Veröffentlichung eines zentralen Quellenbestands zur Museums- und Kunstgeschichte. Möglich wurde dies durch eine eigens entwickelte Lizenz in Zusammenarbeit mit der VG Bild-Kunst, die eine rechtssichere und ungeschwärzte Online-Nutzung erlaubt. Damit werden rechtliche Hürden überwunden, die bislang eine digitale Veröffentlichung erschwerten.

Vertreter aus Politik und Kultur heben die Bedeutung des Projekts hervor. Thomas Kufen bezeichnete die Digitalisierung als wichtigen Beitrag zur globalen Zugänglichkeit von Kultur und Wissen sowie zur Stärkung des Standorts Essen. Museumsdirektor Peter Gorschlüter sieht darin einen zentralen Schritt zur Förderung von Transparenz und neuen Forschungsmöglichkeiten.

Die Digitalisierung stellte die beteiligten Institutionen vor technische, organisatorische und rechtliche Herausforderungen. Insbesondere der Umgang mit urheberrechtlich geschützten Inhalten erforderte neue Lösungsansätze, die im Rahmen des Projekts erfolgreich entwickelt wurden. Laut Archivleiterin Claudia Kauertz markiert dies einen Meilenstein für die historische Forschung.

Der digitalisierte Bestand umfasst rund 7,7 laufende Meter Archivmaterial, darunter Korrespondenzen, Verwaltungsakten sowie Unterlagen zu Ausstellungen, An- und Verkäufen. Die Dokumente bieten Einblicke in die Geschichte des Museums, die Entwicklung der Kunstszene und die Netzwerke bedeutender Akteurinnen und Akteure wie Ernst Ludwig Kirchner oder Emil Nolde. Inhaltlich decken sie die Zeit von den Anfängen des Museums über die NS-Zeit bis zum Wiederaufbau nach 1945 ab.

Die Digitalisate sind teilweise per Volltext durchsuchbar und werden über Portale wie das Archivportal NRW, Archivportal D und Europeana bereitgestellt. Gefördert wurde das Projekt durch den Landschaftsverband Rheinland.

Mehr unter: www.museum-folkwang.de/de

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Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

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