Die neue Folge der Filmreihe „Orte Ost“ des DDR Museum widmet sich dem Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Der Stadtteil zeichnet sich durch seinen tiefgreifenden Wandel vom Arbeiter- und Problemviertel zum begehrten Wohnstandort nach. Im Zentrum steht die Frage, wie sich ein heruntergekommenes Altbauquartier zu einem urbanen Mythos und Symbol der Gentrifizierung entwickeln konnte.
Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk führt durch die Geschichte des Viertels. Dabei zeigt er, dass die Wohnungsfrage bereits im 19. Jahrhundert ein entscheidender Motor der Stadtentwicklung war. So bildet die bis heute prägende Gründerzeitarchitektur die Grundlage für die besondere städtebauliche Identität des Bezirks.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Zeit der DDR. Der Prenzlauer Berg war in dieser Zeit von Verfall, Kriegsschäden und prekären Wohnverhältnissen geprägt. Gleichzeitig entwickelte sich hier ein kreatives Milieu, das Freiräume nutzte und oppositionelle Bewegungen stärkte. Dieses Umfeld trug maßgeblich zum gesellschaftlichen Umbruch von 1989 bei.
Nach der Wiedervereinigung setzte eine rasante Transformation ein: Sanierung, Aufwertung und steigende Mieten veränderten die soziale Struktur des Viertels grundlegend. Der einst alternative Kiez wurde zu einem internationalen Beispiel für Gentrifizierung – mit all ihren Chancen und Konflikten.
Die Filmfolge fragt, wie viel historische Identität im heutigen Prenzlauer Berg noch sichtbar ist. Zugleich untersucht er, inwieweit Quartier auch als Modell für zukünftige Wohnformen in Großstädten dienen kann. Die Reihe „Orte Ost“ verbindet historische Analyse mit persönlichen Erinnerungen und aktuellen Entwicklungen und macht DDR-Geschichte in ihren langfristigen Auswirkungen erfahrbar.
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