Jugend im Nationalsozialismus | Sascha Lange und André Postert Aufzeichnung vom 12. Mai 2026

Die Veranstaltung „Jugend im Nationalsozialismus“ im NS-Dokumentationszentrum München beleuchtete am 12. Mai 2026 die Lebensrealitäten junger Menschen im „Dritten Reich“ aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Historiker Sascha Lange und André Postert zeigten dabei, wie vielfältig jugendliche Erfahrungen zwischen Anpassung und Widerstand waren.

Sascha Lange stellte die sogenannten „Leipziger Meuten“ in den Mittelpunkt – lose organisierte Gruppen von Jugendlichen, die sich bewusst der Gleichschaltung durch das NS-Regime entzogen. Sie entwickelten eigene Formen von Kleidung, Musik und Gemeinschaft und schufen damit Freiräume jenseits der staatlich verordneten Jugendkultur.

Demgegenüber analysierte André Postert die Rolle der Hitlerjugend als zentrale Institution der nationalsozialistischen Erziehung. Er machte deutlich, dass Anspruch und Wirklichkeit häufig auseinanderfielen: Trotz umfassender Kontrolle und ideologischer Prägung blieben individuelle Handlungsspielräume bestehen.

Die Veranstaltung verdeutlichte, dass Jugend im Nationalsozialismus kein einheitliches Bild bietet. Zwischen Konformität, Anpassung und eigenständiger Subkultur eröffnet sich ein differenziertes Verständnis jugendlicher Lebenswelten in einer Diktatur.

Mehr unter: www.nsdoku.de

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Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

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