Erinnerung mit Hering und Brot – Der Freitag vor Palmarum in Mühlhausen nach 1251

Im Europäisches Hansemuseum widmete sich der Historiker Helge Wittmann einem ungewöhnlichen Erinnerungsritual des Mittelalters. Der Vortrag fand im Rahmen der 141. Jahrestagung des Hansischen Geschichtsvereins im Mai 2026 statt.

Im Zentrum steht eine Tradition aus Mühlhausen: der Freitag vor Palmarum, an dem nach 1251 ein kollektives Gedenken mit einer symbolischen Speisung – Hering und Brot – begangen wurde. Dieses Ritual verband religiöse Praxis mit städtischer Erinnerungskultur und diente dazu, historische Ereignisse im kollektiven Gedächtnis der Stadt zu verankern.

Wittmann zeigt, wie solche scheinbar einfachen Bräuche komplexe soziale Funktionen erfüllten. Sie stärkten Gemeinschaft, vermittelten historische Deutungen und schufen wiederkehrende Anlässe zur Selbstvergewisserung der städtischen Identität.

Der Vortrag macht deutlich, dass Erinnerung im Mittelalter nicht nur durch Schriftquellen oder Monumente geprägt wurde, sondern auch durch performative Handlungen und alltägliche Rituale – wie das gemeinsame Essen von Hering und Brot.

Mehr unter: www.hansischergeschichtsverein.de/pfingsttagung-2026-luebeck

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Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

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