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Itamar Mann im Gespräch mit Dinah Riese: Humanity at the Sea

9. Juni | 19:00

Digital Lecture Series Menschenrechte als letzte Utopie. Migration und jüdische Geschichte

Das Jüdisches Museum Berlin setzt seine digitale Vorlesungs- und Gesprächsreihe Menschenrechte als letzte Utopie. Migration und jüdische Geschichte mit einer zweiten Lecture zum Thema Migration über das Mittelmeer fort. Die fünfteilige Reihe widmet sich historischen und aktuellen Fragen von Flucht, Migration und internationalem Menschenrechtsschutz und greift dabei ein Zitat des Historikers Samuel Moyn auf, der die Menschenrechte als „letzte Utopie“ unserer Zeit bezeichnete.

Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe steht die Entwicklung des internationalen Flüchtlingsrechts seit den 1930er Jahren – geprägt von Verfolgung, Vertreibung und globalen Migrationsbewegungen – sowie die Frage nach seiner heutigen Bedeutung. Die Journalistin Dinah Riese spricht dazu mit renommierten Wissenschaftler*innen über jüdische Fluchtgeschichte, Menschenrechtspolitik und gegenwärtige migrationspolitische Herausforderungen. Ein zentraler Bezugspunkt ist die Genfer Flüchtlingskonvention.

Hetty Berg hebt die internationale Perspektive und gesellschaftliche Relevanz der Reihe hervor. Ziel sei es, historische und philosophische Grundlagen heutiger Menschenrechte sichtbar zu machen und zugleich deren aktuelle Gefährdungen zu diskutieren. Die Reihe wolle den Blick auf Migration erweitern und Impulse für neue gesellschaftliche Zukunftsentwürfe geben.

Die zweite Lecture richtet den Fokus auf das Mittelmeer als historischen Raum von Austausch und Migration – auch für jüdische Migrant*innen. Zugleich steht das Mittelmeer heute sinnbildlich für die Krise internationaler Flüchtlingspolitik: Der Umgang mit Migration und ziviler Seenotrettung macht die Grenzen internationaler Rechtsordnungen und menschenrechtlicher Schutzmechanismen sichtbar.

Der Rechtswissenschaftler Itamar Mann untersucht in seinem Buch Humanity at Sea. Maritime Migration and the Foundations of International Law die juristischen, politischen und ethischen Fragen maritimer Migration. Ausgehend von historischen Beispielen – von jüdischer Migration nach Palästina über vietnamesische Boat People bis hin zu syrischen Geflüchteten seit 2015 – entwickelt Mann in Anlehnung an Hannah Arendt und Emmanuel Levinas das Konzept eines „rights of encounter“. Dieses versteht er als utopischen Gegenentwurf zu den zunehmenden Verschärfungen nationaler und europäischer Migrationspolitiken.

Itamar Mann ist Professor für Internationales Recht an der Universität Haifa und derzeit Gastprofessor an der Universität Münster. Wie alle Veranstaltungen der Reihe findet auch diese Lecture auf Englisch statt, wird live gestreamt und anschließend auf dem YouTube-Kanal des JMB sowie als taz Talk veröffentlicht. Die Reihe entsteht in Kooperation mit der taz und wird von der Berthold Leibinger Stiftung unterstützt.

Mehr unter: www.jmberlin.de ­

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