Das Zentrum Paul Klee (ZPK) in Bern setzt seine erfolgreichen Ausstellungsreihen zur globalen Moderne und deren Erbe im Jahr 2026 fort und präsentiert drei große Einzelausstellungen zu Künstlern, die an den Grenzen ihrer Medien gearbeitet haben. Ergänzt wird das Programm durch neue Schwerpunkte in der Dauerausstellung Kosmos Klee und ein hochkarätiges Spartenprogramm aus Musik und Literatur.
Frühjahr: Kurt Schwitters – Grenzgänger der Avantgarde
Das Ausstellungsjahr startet mit „Schwitters. Grenzgänger der Avantgarde“, der ersten umfassenden Schau zu Kurt Schwitters (1887–1948) in der Schweiz seit 20 Jahren. Schwitters gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler der Avantgarde und verkörperte den Geist der künstlerischen Freiheit der 1920er-Jahre.
Sein vielschichtiges Werk zeichnet sich durch eine unverwechselbare Synthese aus Kunst, Design und Literatur aus. Die Ausstellung beleuchtet seine Rolle als unabhängiger Künstler zwischen den Strömungen der Moderne und präsentiert das gesamte Spektrum seines Schaffens: von dadaistischen Collagen, die das Prinzip der Collage als Suche nach Sinnzusammenhängen im Chaos des modernen Alltags zelebrieren, über den begehbaren „Merzbau“ – einem Vorläufer der Installationskunst – bis hin zu naturalistischen Porträts und experimentellen Texten.
Sommer: Die monumentale Malerei von Anne Loch
Im Sommer zeigt das ZPK die erste Einzelausstellung zur deutschen Malerin Anne Loch (1946–2014) unter dem Titel „Anne Loch. Malerei: Na und?“. Loch, die sich zeitweise in der Schweiz niederließ, schuf ein geheimnisvolles und spannungsvolles Œuvre, das sie im Stillen in den Bündner Bergen weiterentwickelte.
Ihre monumentalen Bilder von Blumen, Tieren, Insekten und Landschaften wirken nur auf den ersten Blick idyllisch. Die Schau mit rund 70 Werken beleuchtet Lochs Auseinandersetzung mit den Grenzen der Malerei, wobei Linien, Farben und Flächen in den Vordergrund treten und die Motive sich zwischen Gegenständlichem und Abstraktem auflösen.
Herbst: Roberto Burle Marx – Revolutionär der Landschaftsarchitektur
Die große Herbstausstellung ist dem legendären brasilianischen Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx (1909–1994) gewidmet. Als vielseitiger Künstler, der auch als Maler, Grafiker, Bildhauer, Designer und Umweltaktivist tätig war, revolutionierte Burle Marx die Landschaftsarchitektur.
Im Geiste der brasilianischen Avantgarde übertrug er Gestaltungsprinzipien aus der Malerei und Musik auf die Natur. Seine Parkanlagen mit einheimischen tropischen Pflanzenarten erinnern an abstrakte Gemälde, in die er Skulpturen und Reliefs integrierte. Mit seinem Schaffen setzte er sich für die kulturelle Aufwertung dessen ein, was als „brasilianisch“ galt, und engagierte sich gleichzeitig für den Schutz der brasilianischen Flora.
Fokus auf Klee-Schüler und die Rückseiten der Kunst
Im Rahmen der Ausstellungsserie Fokus werden 2026 drei Präsentationen in der Dauerausstellung Kosmos Klee gezeigt.
- Eine Präsentation widmet sich dem Architekten, Maler und Bildhauer Hans Fischli (1909–1989), einem Schüler Klees am Bauhaus, und beleuchtet dessen Zeichnungsserie Zellengebilde, die während einer Haftstrafe entstand, sowie die politische Lage der 1930er- und 1940er-Jahre.
- Die zweite Präsentation lädt dazu ein, die Rückseiten von Paul Klees Werken zu entdecken. Bei rund 600 Werken des Künstlers finden sich dort Zeichnungen oder Aquarelle, die Teil eines fortlaufenden Werkprozesses waren.
- Abschließend wird im Herbst ein Fokus zur vielgereisten Malerin, Fotografin und Bauhaus-Schülerin Florence Henri (1893–1982) gezeigt.
Musik und Literatur
Das spartenübergreifende Programm ergänzt die Ausstellungen mit hochkarätigen Veranstaltungen. Die Meisterkonzertreihe lädt unter anderem den Geiger Daniel Hope, die Cellistin Anastasia Kobekina und den Gitarristen Miloš Karadaglić ein. Im Rahmen der Lesungsreihe präsentieren zudem namhafte Literat*innen wie Kristine Bilkau, Katerina Poladjan, Ilma Rakusa, Sylvie Schenk und Daniel Schreiber ihre neuesten Werke.
Dauerausstellung Kosmos Klee. Die Sammlung
Die Dauerausstellung „Kosmos Klee. Die Sammlung“ im Zentrum Paul Klee in Bern bietet Besucherinnen und Besuchern einen chronologischen Einblick in das künstlerische Schaffen Paul Klees. Die Präsentation, die rund 70 Werke des Meisters sowie umfangreiches biografisches Material und Archivalien umfasst, wird in regelmäßigen Abständen neu bestückt, um die Vielschichtigkeit von Klees Œuvre immer wieder neu zu beleuchten.
Mehr unter: zpk.ch






