1226: Vom Pergament zum Argument – Lübecks Reichsfreiheit in hansischen Machtkonstellationen

Im Europäisches Hansemuseum beleuchtete der Historiker Gerold Bönnen die Bedeutung der Reichsfreiheit Lübecks im Kontext hansischer Machtstrukturen. Der Vortrag fand im Rahmen der 141. Jahrestagung des Hansischen Geschichtsvereins im Mai 2026 statt.

Ausgangspunkt ist das Jahr 1226, in dem Lübeck den Reichsfreiheitsbrief erhielt – ein entscheidender Schritt hin zu politischer Autonomie. Bönnen zeigt, wie dieses ursprünglich auf Pergament festgehaltene Privileg im Laufe der Zeit zu einem machtpolitischen Argument wurde. Die Reichsfreiheit diente Lübeck nicht nur als rechtliche Grundlage, sondern auch als strategisches Instrument innerhalb der Hanse.

Der Vortrag verdeutlicht, wie historische Urkunden in politischen Aushandlungsprozessen genutzt wurden, um Ansprüche zu legitimieren und Einfluss zu sichern. Lübeck konnte seine besondere Stellung innerhalb des Städtebundes so dauerhaft festigen und ausbauen.

Damit wird die Reichsfreiheit als dynamisches Element hansischer Geschichte sichtbar: weniger als statisches Rechtsdokument, sondern als aktiv eingesetztes Mittel politischer Kommunikation und Machtbehauptung.

Mehr unter: www.hansischergeschichtsverein.de/pfingsttagung-2026-luebeck

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Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

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