Teil 1 des Gesprächs finden Sie hier und Teil 2 hier.
Was macht die Bronzezeit zur Geburtsstunde des modernen Europas? Wenn Harald Meller, der Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, zum Gespräch bittet, sind Erkenntnisse von Weltrang garantiert. In einer neuen, dreiteiligen Interview-Reihe trifft er auf Kristian Kristiansen – den Mann, der die europäische Archäologie in den letzten Jahrzehnten wie kaum ein anderer geprägt hat.
Kristian Kristiansen (geb. 1948) ist weit mehr als ein Forscher; er ist ein Visionär und Institutionenbauer. Als Mitbegründer der European Association of Archaeologists (EAA) hat er das Fach über nationale Grenzen hinweg vernetzt. In diesem exklusiven Austausch blicken die beiden Experten auf ein halbes Jahrhundert Forschungsgeschichte und in die Zukunft einer Disziplin im Wandel.
Ein Leben für das kulturelle Erbe
Kristiansens Werdegang liest sich wie eine Chronik der modernen Archäologie:
- Akademische Wurzeln: Studium in Aarhus und Kopenhagen, später Professor an der Universität Göteborg.
- Management der Geschichte: Als Direktor der dänischen Bodendenkmalpflege setzte er Maßstäbe im Schutz und Erhalt archäologischer Stätten.
- Europäische Vernetzung: Sein Bestreben führte zur Gründung der EAA und des European Journal of Archaeology, wodurch die europäische Forschung eine gemeinsame Stimme erhielt.
Drei Akte einer Epoche
Das dreiteilige Interview „European Bronze Age | Ideas and Perspectives“ deckt die zentralen Säulen der aktuellen Forschung ab:
- Der Werdegang eines Vordenkers: Kristiansen berichtet von seinen Anfängen und wie er lernte, die Bronzezeit nicht nur als Epoche der Metalle, sondern als Zeit globaler sozialer Netzwerke zu verstehen.
- Archäologie trifft Naturwissenschaft: Die Diskussion beleuchtet die „Dritte Wissenschaftliche Revolution“ – wie Genetik (aDNA) und Isotopenanalysen unser Wissen über Migration und Verwandtschaft im prähistorischen Europa radikal verändert haben.
- Die Bronzezeit als System: Gemeinsam analysieren Meller und Kristiansen den Verlauf dieser Ära – eine Zeit, in der kriegerische Eliten, weitreichender Handel und monumentale Ideen (wie die Himmelsscheibe von Nebra) ein erstes „vereintes Europa“ formten.
Warum dieses Gespräch jetzt wichtig ist
In Zeiten, in denen Identität und Herkunft oft politisch instrumentalisiert werden, liefern Kristiansen und Meller eine wissenschaftlich fundierte Basis. Sie zeigen auf, dass Europa bereits vor 4.000 Jahren ein Raum der Mobilität und des intensiven kulturellen Austauschs war.
Eine Thomas Claus Medienproduktion im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, 2026. “Archaeofilm” ist eine geschützte Wort-Bild-Marke des Landes Sachsen-Anhalt (LDA).
Regie: Thomas Claus
Bildgestaltung: Philip Koepsell
Ton: Sascha Nebelung
Schnitt: Philip Koepsell
Grafik: Oliver Thomas
Lektorat: Dr. Oliver Dietrich, Dr. Tomoko Emmerling, Dr. Anja Lochner-Rechta, Iven Wustrau
Projektkoordination: Dr. Oliver Dietrich, Dr. Tomoko Emmerling
Mehr unter: www.landesmuseum-vorgeschichte.de/





