Die Alte Nationalgalerie widmet dem Kunsthändler Paul Cassirer ab dem 22. Mai 2026 eine große Sonderausstellung. Anlass sind sowohl der 100. Todestag Cassirers als auch das 150-jährige Jubiläum des Gebäudes der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel Berlin. Unter dem Titel Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus beleuchtet die Ausstellung anhand von mehr als 120 Werken des Impressionismus und der klassischen Moderne die zentrale Rolle Cassirers für die Entwicklung der Kunstszene um 1900.
Mit seiner außergewöhnlich intensiven Ausstellungstätigkeit prägte Paul Cassirer die Verbreitung des französischen Impressionismus in Deutschland maßgeblich. Künstler wie Edgar Degas, Paul Cézanne, Édouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir und Vincent van Gogh wurden durch seine Berliner Galerie im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. Cassirer trug entscheidend dazu bei, dass zahlreiche Schlüsselwerke dieser Künstler in bedeutende deutsche Sammlungen und Museen gelangten – darunter auch in die Bestände der Nationalgalerie.
Deutscher Impressionismus und Berliner Secession
Die Ausstellung zeigt zugleich, dass sich Cassirers Engagement nicht allein auf die französische Kunst beschränkte. Er förderte ebenso den deutschen Impressionismus und unterstützte die Berliner Secession mit Künstlern wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt. Darüber hinaus setzte er sich für Wegbereiter der klassischen Moderne wie Edvard Munch und August Gaul ein.
Auch die junge Avantgarde fand früh Eingang in das Programm seiner Galerie. Künstler wie Ernst Barlach, Ernst Ludwig Kirchner und Oskar Kokoschka wurden von Cassirer gefördert und einem breiteren Publikum vorgestellt. Die Ausstellung zeichnet dieses außergewöhnlich weitsichtige Wirken nach und zeigt Paul Cassirer als entscheidenden Vermittler zwischen Kunst, Kunstmarkt und Öffentlichkeit.
Begleitend erscheint eine umfangreich bebilderte Publikation in deutscher und englischer Sprache im Hirmer Verlag. Herausgegeben wird der Band für die Alte Nationalgalerie von Anette Hüsch, Josephine Klinger und Franziska Lietzmann.
Die Sonderausstellung der Alten Nationalgalerie der Staatliche Museen zu Berlin wird durch die FREUNDE der Nationalgalerie ermöglicht und vom Kuratorium Preußischer Kulturbesitz gefördert.
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