Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe lud am 10. Dezember 2025 zu einem wegweisenden Symposium: „Archival Intelligence: AI × Archives × Museums“. Die Tagung beleuchtete das enorme Potenzial – aber auch die Herausforderungen – beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Archiv- und Museumsarbeit.
Museen und Archive stehen vor einer Mammutaufgabe: Riesige Mengen an Objekten, Dokumenten und Medien müssen erschlossen, analysiert und für die Forschung zugänglich gemacht werden. KI verspricht hierbei die entscheidende Entlastung für zeit- und personalintensive Aufgaben.
Die Versprechen der Künstlichen Intelligenz
Das Symposium hinterfragte kritisch, wo wir aktuell bei der Einlösung dieser Versprechen stehen:
- Automatisierte Erschließung: KI-Systeme übernehmen bereits heute die Erkennung von Handschriften, Texten und Sprache. So können bislang unerschlossene Bestände blitzschnell durchsuchbar gemacht werden.
- Visuelle Analyse: Die automatisierte Untersuchung von Bildern und Videos ermöglicht es, neue Muster und Zusammenhänge in großen Sammlungen zu entdecken.
- Forschung & Restaurierung: Von KI-gestützter Provenienzforschung bis hin zu digitalen Restaurierungstools – die Technologie schafft wertvolle Zeit für kreative und wissenschaftliche Kernaufgaben.
- Ressourcenbefreiung: Die Hoffnung der Experten: Durch Automatisierung werden Kapazitäten frei, um Kulturgut tiefergehend zu erforschen und innovativ zu kuratieren.
Praxis-Check und Expertendialog
Im Mittelpunkt standen keine theoretischen Visionen, sondern konkrete Anwendungen. Experten von Institutionen wie dem Bundesarchiv, der ETH Zürich und dem Deutschen Rundfunkarchiv gaben Einblicke in ihre Arbeit:
„Es geht darum, von Anwendungen außerhalb von Kunst und Kultur – etwa dem Forschungsdatenmanagement – zu lernen, um pragmatische Ansätze für Museen zu entwickeln.“
Unter der Mitwirkung von Größen wie Robert G. Erdmann (University of Amsterdam) und Adelheid Heftberger (Bundesarchiv) wurde diskutiert, wie die semantische Erschließung und die gezielte Informationssuche die Zukunft der Archivarbeit prägen werden.
Ein Projekt der Stadt Karlsruhe
Die Tagung war Teil des Förderprojekts „Künstliche Intelligenz & Kunst“ der Stadt Karlsruhe. Das ZKM, als weltweit führende Institution für Medienkunst und digitale Archivierung, bot hierfür die ideale Plattform, um innovative Ansätze zur Erhaltung und Analyse elektronischer Kunstwerke zu präsentieren.
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