Was Petra Rosenberg antreibt – Anne Frank Tag 2026

Am 12. Juni 2026 fand der bundesweite Anne Frank Tag zum zehnten Mal statt. Anlässlich des Geburtstags von Anne Frank setzen sich Schüler mit Antisemitismus und Rassismus auseinander. Die zentrale Eröffnungsveranstaltung an der May-Ayim-Schule in Berlin-Lichtenberg verband Erinnerungsarbeit mit persönlichen Familiengeschichten und kreativen Beiträgen. Petra Rosenberg ist Vorsitzende der Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn. Ihr Vater Otto Rosenberg wurde als junger Sinto von den Nazis verfolgt und hier jahrelang interniert. In diesem Video stellt Petra Rosenberg sich vor und spricht über die Motivation zu ihrer andauernden erinnerungspolitischen Arbeit.

Dieses ist eines von fünf Videos mit Petra Rosenberg, die als Lernmaterial zum Anne Frank Tag 2026 mit dem Motto » Geschichte erzählen« vom Anne Frank Zentrum entwickelt wurden.

Erinnern bedeutet nicht nur, auf historische Ereignisse zurückzublicken. Es stellt auch die Frage, welche Konsequenzen daraus für die Gegenwart entstehen. Diesem Gedanken folgt der Anne Frank Tag, der am 12. Juni 2026 zum zehnten Mal als bundesweiter Schulaktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus stattfand.

Die feierliche Eröffnung wurde in diesem Jahr an der May-Ayim-Schule in Berlin-Lichtenberg begangen. Schüler gestalteten das Programm mit eigenen kreativen Beiträgen und setzten sich dabei mit Erinnerung, Verfolgung und Diskriminierung auseinander.

Eine Familiengeschichte des Holocaust

Einen besonderen Schwerpunkt bildete das Gespräch mit Petra Rosenberg. Als sogenannte Zweitzeugin vermittelte sie den Jugendlichen die Geschichte ihres Vaters Otto Rosenberg, der als Sinto während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurde und den Holocaust überlebte.

Das Gespräch zeigte, wie Erinnerungen an nationalsozialistische Verfolgung über Generationen hinweg weitergegeben werden können. Gerade wenn immer weniger Überlebende selbst berichten können, gewinnt die Frage an Bedeutung, wie ihre Erfahrungen bewahrt und jungen Generationen vermittelt werden.

Die persönliche Familiengeschichte schafft dabei einen anderen Zugang als historische Daten und Dokumente allein. Sie macht deutlich, dass hinter den abstrakten Dimensionen nationalsozialistischer Verbrechen individuelle Lebensgeschichten stehen.

Erinnerungsarbeit im Klassenzimmer

Der Anne Frank Tag setzt bewusst an Schulen an. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte Anne Franks dient dabei als Ausgangspunkt, um über Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung in Vergangenheit und Gegenwart zu sprechen.

Bei der Eröffnungsveranstaltung richteten Veronika Nahm, Direktorin des Anne Frank Zentrums, Dr. Monika Becker, Unterabteilungsleiterin für Strafrecht im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, sowie Mira Woldberg, stellvertretende Botschafterin des Königreichs der Niederlande, Grußworte an die Schüler und die weiteren Gäste.

Dass der Schulaktionstag 2026 bereits zum zehnten Mal stattfand, verweist zugleich auf die Kontinuität der Bildungsarbeit. Historisches Wissen soll dabei nicht isoliert vermittelt, sondern mit Fragen der heutigen Gesellschaft verbunden werden.

Der Anne Frank Tag macht Erinnerung damit zu einer aktiven Aufgabe: Schüler beschäftigen sich nicht nur mit der Vergangenheit, sondern auch damit, wie Vorurteile, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit erkannt und ihnen widersprochen werden kann.

Weitere Informationen zu dem Schulaktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus auf annefranktag.de

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