Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle widmet sich erstmals intensiv der Spätphase Wilhelm Lehmbrucks – und trifft damit einen Nerv unserer Zeit.
Er gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Generation, doch seine letzten Lebensjahre standen bislang kaum im Mittelpunkt einer Ausstellung: Wilhelm Lehmbruck. Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle ändert das nun mit der Schau „Wilhelm Lehmbruck. Ewig menschlich” – und schlägt dabei einen Bogen von der Vergangenheit in eine erschreckend aktuelle Gegenwart.
Lehmbrucks Spätwerk entstand unter dem tiefen Eindruck des Ersten Weltkriegs. In Bildhauerei, Malerei und Grafik rang er mit den großen existenziellen Fragen des Menschseins: Leiden, Mitgefühl, Verzweiflung, Würde. Seine Figuren wirken fragil und zugleich unvergänglich menschlich – und genau darin liegt ihre besondere Kraft. In Zeiten, die erneut von Krieg, Zerstörung und Flucht geprägt sind, berühren diese Werke auf eine Weise, die weit über das Kunsthistorische hinausgeht.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich und verbindet damit zwei renommierte Häuser in einem gemeinsamen Blick auf Lehmbrucks Erbe. Eine besondere Dimension erhält die Schau durch eine eigens konzipierte plastische Intervention der Künstlerin Gintarė Sokelytė, die in einen lebendigen Dialog mit Lehmbrucks Werk tritt und dessen Themen in die Gegenwart verlängert.
„Ewig menschlich” – der Titel ist Programm. Die Ausstellung lädt dazu ein, Lehmbruck nicht nur als historische Figur zu betrachten, sondern als Künstler, dessen Fragen uns heute mehr denn je angehen.
Mehr unter: www.kunstmuseum-moritzburg.de





