Wie werden 4000 Jahre alte Tontafeln in München erfasst, digitalisiert und der Welt zugänglich gemacht? Ein Vortrag aus der Reihe „Aktuelle Forschungen” gibt Einblick.
Jahrtausende alte Schrift – neu erschlossen
Keilschrift gehört zu den ältesten Schriftsystemen der Menschheit. In Münchner Museen und Sammlungen – darunter das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst (SMÄK) – lagern Tontafeln, die Jahrtausende überdauert haben. Zsombor J. Földi stellt in seinem Vortrag aus der Reihe „Aktuelle Forschungen” vor, wie diese Bestände systematisch erfasst, digitalisiert und in eine internationale Online-Datenbank überführt werden.
Die Electronic Babylonian Library: Keilschrift für alle
Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Münchner Online-Datenbank Electronic Babylonian Library – ein Forschungsprojekt, das Keilschrifttexte aus aller Welt digital zugänglich machen will. Földi erläutert, welche Schritte von der physischen Tontafel bis zum Datenbankeintrag nötig sind: Erfassung, Dokumentation, Digitalisierung und wissenschaftliche Erschließung. Was einst nur wenigen Spezialisten zugänglich war, wird so einem weltweiten Fachpublikum – und darüber hinaus – geöffnet.
München als Standort der Keilschriftforschung
Der Vortrag gibt zugleich einen Überblick über die in München aufbewahrten Keilschrifttexte und beleuchtet, welche Rolle die Stadt als Forschungsstandort in der internationalen Assyriologie spielt. Die Zusammenarbeit zwischen Museen, Sammlungen und der Datenbank zeigt, wie Kulturerbe und digitale Wissenschaft heute Hand in Hand gehen.
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