Kultur als politische Kraft: Bonn Summit – Bundeskunsthalle lanciert neues europäisches Forum

Der BONN SUMMIT bringt erstmals Akteurinnen und Akteure aus Kunst, Wissenschaft und Politik zusammen, um über die kulturellen Grundlagen Europas in Zeiten geopolitischer Machtverschiebungen zu diskutieren. Mit Beiträgen von:

Oleksandra Matviichuk | Georg Häusler | Patricia Espinosa | Jennie C. Stephens | Elizabeth Larison | Jörg Lau | Claus Leggewie | Siri Hummel | Anna-Lena von Hodenberg | Dietmar Offenhuber | Christiane Lötsch & Jara Díaz Alberola | Panel 1 | Panel 2

Ein Forum für drängende Fragen

Vom 16. bis 18. September 2026 versammelte die Bundeskunsthalle Bonn beim ersten BONN SUMMIT – European Forum on Culture and Politics Stimmen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt stand eine Frage, die dringlicher kaum sein könnte: Wie verhält sich Kultur zu Politik in einer Zeit, in der geopolitische Gewissheiten ins Wanken geraten und demokratische Errungenschaften unter Druck stehen?

USA, Europa und die Verschiebung der Kräfte

Die erste Ausgabe des BONN SUMMIT richtete den Blick explizit auf die aktuellen Entwicklungen in den USA und fragte nach den Konsequenzen für Europa. Was bedeutet es für den alten Kontinent, wenn ein langjähriger Partner sich neu ausrichtet? Wie reagiert Europa auf den Aufstieg autokratischer und antidemokratischer Kräfte – im Westen ebenso wie im Osten? Und welche Rolle spielen dabei kulturelle Faktoren: gemeinsame Werte, kollektive Erinnerungen, moralisches Urteilsvermögen, Empathie und Gemeinsinn?

Kultur als politische Grundlage Europas

Der BONN SUMMIT geht von einer These aus, die in der politischen Debatte oft unterbelichtet bleibt: Der gemeinsame Boden, auf dem Europa steht, ist wesentlich kultureller Natur. Werte und Normen, Weltanschauungen und Menschenbilder, institutionelles Vertrauen und zivilgesellschaftliches Engagement sind keine schmückenden Beiwerke demokratischer Gesellschaften – sie sind deren Fundament. Gerät dieses Fundament unter Angriff, so die Überzeugung der Organisatorinnen und Organisatoren, ist das eine allgemeinpolitische Herausforderung, die kulturpolitischer Antworten bedarf.

Neue Allianzen, konkrete Strategien

Die Panels der Veranstaltung, deren Aufzeichnungen nun vorliegen, kreisten um konkrete Schauplätze kulturell codierter Konflikte – und um die Frage, wie neue Allianzen und wirksame Strategien aussehen können. Wie lässt sich künstlerische Produktion schützen? Wie institutionelle Unabhängigkeit verteidigen? Wie wissenschaftliche Forschung und wahrheitsorientierte Kommunikation stärken? Ziel des Forums ist es, nicht nur zu diagnostizieren, sondern Handlungsoptionen zu entwickeln und den demokratischen Kräften in einer offenen Gesellschaft neue Impulse zu geben.

Ein dauerhaftes Forum für Europa

Der BONN SUMMIT versteht sich als Auftakt – als Beginn eines dauerhaften öffentlichen Forums für den transdisziplinären Austausch über die Grundlagen und die Zukunft europäischen Zusammenlebens. Die Bundeskunsthalle positioniert sich damit als Ort nicht nur der Kunst, sondern des gesellschaftlichen Diskurses in einer Zeit, in der beides untrennbar miteinander verbunden scheint.

Mehr unter: www.bundeskunsthalle.de/bonnsummit

Die Beiträge und Diskussionen

Keynote: Oleksandra Matviichuk

Georg Häusler: Europe for Culture, Culture for Europe

Keynote: Patricia Espinosa

Jennie C. Stephens: Transformative Climate Justice: Co-creating Hopeful Futures for All

Elizabeth Larison: Protecting Artistic Freedom

Jörg Lau: Der Westen sind jetzt wir. Deutschlands Verhältnis zu den USA

Claus Leggewie: Wie man planetar denken lernt. Chancen eines planetarischen Konservatismus

Siri Hummel: Shrinking Civic Spaces

Anna-Lena von Hodenberg: Brandbeschleuniger Techplattformen

Dietmar Offenhuber: In Silico – From Synthetic Data to Synthetic Worldviews?

Christiane Lötsch & Jara Díaz Alberola: Re:Create Europe & Atlas of Artistic Freedom

Panel: u. a. mit Oleksandra Matviichuk, Jörg Lau, Patricia Espinosa, Georg Häusler

Panel u. a. mit Ferenc Czinki, Marita Muukkonen, Carena Schlewitt, Jens-Christian Wagner

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