Disparate Erinnerungen: Gespräch über NS-Verbrechen und gesellschaftliche Vielfalt im Deutschen Historischen Museum

Wie geht eine plurale Gesellschaft mit unterschiedlichen Erinnerungen an den Nationalsozialismus um? Drei prominente Stimmen diskutierten diese Frage im Deutschen Historischen Museum in Berlin.

Am 27. Mai 2026 fand im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums eine bemerkenswerte Gesprächsrunde statt. Unter dem Titel „Disparate Erinnerungen?” kamen Michel Friedman, Dotschy Reinhardt und Güner Yasemin Balcı zusammen, um über den gesellschaftlichen Umgang mit den Verbrechen des Nationalsozialismus zu sprechen – aus sehr unterschiedlichen Perspektiven.

Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Legacies of Occupation. Nationalsozialismus und europäische Gegenwart”, die vom Dokumentationszentrum „Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzung in Europa” (ZWBE) initiiert wurde. Die Moderation übernahm Sabine Adler vom Deutschlandfunk.

Deutschland versteht sich heute als offene, plurale Gesellschaft. Doch wie werden dabei verschiedene Erinnerungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus tatsächlich anerkannt und einbezogen? Dieser Frage näherten sich die drei Gäste aus ihren jeweiligen Lebenswirklichkeiten: Michel Friedman als Jurist, Philosoph und Publizist, Dotschy Reinhardt als Jazz-Musikerin, Autorin und Menschenrechtlerin sowie Güner Yasemin Balcı als Journalistin, Schriftstellerin und Integrationsbeauftragte von Berlin-Neukölln. Alle drei stehen für Gruppen, deren Verfolgungsgeschichte im öffentlichen Erinnerungsdiskurs oft unterschiedlich stark vertreten ist – Juden, Sinti und Roma sowie Menschen mit Migrationsbiografie.

Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie ein ehrliches Gespräch über diese Differenzen gelingen kann – und was eine Gesellschaft leisten muss, um verschiedene Erinnerungen gleichwertig anzuerkennen.

Mehr unter: dhm.de

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