Wir sind nie allein: Leben in Symbiose, eine Miniserie des ZKM

Die neue Miniserie des ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) räumt mit dem Geniekult und der biologischen Isolation auf. „Leben in Symbiose“ zeigt uns, dass wir eher wandelnde Ökosysteme als abgeschlossene Individuen sind. Von den kleinsten Bakterien bis zur großen Leinwand der Landwirtschaft – hier wird das Miteinander neu definiert.

Episode 2: Intimität unter Fremden

Episode 3: Das Ende des Kunstobjekts

Episode 4: Der Künstler als Landwirt

Die Serie schlägt eine Brücke zwischen Mikrobiologie, radikaler Philosophie und der Kunst von morgen.

1. Das Ende des Individuums: Der Holobiont

Die Philosophin Lena Reitschuster führt uns in ein Konzept ein, das unser Selbstbild erschüttert: den Holobionten. Ursprünglich aus der Biologie stammend, beschreibt der Begriff ein Lebewesen zusammen mit all seinen symbiotischen Mikroorganismen.

  • Philosophische Wende: Reitschuster erklärt, wie dieses Denken die Theorien von Donna Haraway und Bruno Latour befeuert hat.
  • Die Botschaft: Wenn wir ohne unsere Mitbewohner (Bakterien, Pilze, Viren) nicht existieren können, bricht die Grenze zwischen „Ich“ und „Umwelt“ zusammen. Wir sind eine relationale Existenz.

2. Wenn das Labor zum Atelier wird: Bio-Art

Der Kunsthistoriker und Kurator Jens Hauser wirft einen Blick auf die Geschichte der Bio-Kunst. Hier wird nicht über das Leben gemalt, sondern mit dem Leben gearbeitet.

  • Medium Biologie: Hauser zeichnet nach, wie Künstler lebende Gewebe, Bakterienkulturen oder genetische Prozesse als künstlerisches Material entdeckten.
  • Perspektivwechsel: Bio-Art ist kein bloßer Trend, sondern eine notwendige Auseinandersetzung mit der Macht und der Ethik unserer biotechnologischen Möglichkeiten.

3. Kunst, die man essen kann: Landwirtschaft als Projekt

Wie sieht Symbiose in der Praxis aus? Stephen Wright und Tamarind Rossetti (Leitung Künstlerhaus Stuttgart) verlassen den White Cube und gehen aufs Feld.

  • Ort des Geschehens: Ein landwirtschaftliches Projekt in Südfrankreich.
  • Der Ansatz: Landwirtschaft wird hier nicht als Produktion, sondern als künstlerisches Handeln begriffen. Es geht um die symbiotische Beziehung zum Boden, zum Wetter und zu den Pflanzen – eine Form der Kunst, die buchstäblich nährt.

Mehr unter: zkm.de

Eine Frau steht im Museum. Die Tafeln im Hintergrund sind unscharf. Auf dem Bild steht: Barrierefrei kommunizieren im Museum mit Leichten Bildern. Expertenwissen kompakt. Workshop am 23. Septemner 9 - 11 Uhr
Anzeige

Newsletter