Das Vermächtnis starker Frauen: Vernissage zum Weltfrauentag in Seelze

Am 8. März 2026 verwandelte sich das Heimatmuseum Seelze in einen Ort lebendiger Frauengeschichte. Unter dem Titel „Das Vermächtnis starker Frauen“ wurde eine Sonderausstellung eröffnet, die weit mehr ist als eine historische Rückschau: Sie ist eine Würdigung der weiblichen Stärke, die Seelze über Jahrhunderte geprägt hat.

Pünktlich zum internationalen Frauentag füllten sich die Räume des Museums am Seelzer Museumsplatz. Zur feierlichen Eröffnung begrüßte der Museumsverein nicht nur zahlreiche Gäste, sondern auch Bürgermeister Knut Werner, der in seinem Grußwort die Bedeutung von Gleichberechtigung und der Sichtbarkeit weiblicher Lebensleistungen hervorhob.

Ein Herzensprojekt dreier Generationen

Die Ausstellung ist das Ergebnis intensiver Forschungsarbeit dreier engagierter Frauen: Friedegard Richter, ein Urgestein des Museumsvereins, Maren Dräger und Waltraut Gieseke. Für Gieseke markiert diese Schau einen besonderen Meilenstein, da es nach über zwölf Jahren Vorstandsarbeit ihre letzte kuratierte Ausstellung ist.

Seelzer Frauen: Gestern, heute, morgen

Die Ausstellung knüpft an eine Broschüre aus dem Jahr 2003 an („Seelzer Frauen früher, aber nicht von gestern“) und führt deren Gedanken weiter. Porträtiert werden insgesamt elf Seelzerinnen, die in ganz unterschiedlichen Bereichen Verantwortung übernommen haben:

  • Erwerbstätigkeit: Beleuchtet werden typische Berufsfelder wie Hebammen, Lehrerinnen (einschließlich des Themas Lehrerinnenzölibat) und die harte Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft.
  • Industrie und Handel: Am Beispiel von Paula Alwes wird der Weg der ersten weiblichen Angestellten bei der Firma Riedel-de Haën aufgezeigt.
  • Frauenbewegung: Eine umfangreiche Zeitleiste und die eigens erstellte „Seelzer Frauenzeitung“ führen die Besucher durch die Etappen der Emanzipation.

Kunst und Interaktion

Ein besonderer Akzent wird durch Bilder von Schülern der Bertolt-Brecht-Gesamtschule gesetzt, die sich kreativ mit dem Thema „Anerkennung von Frauen“ auseinandergesetzt haben. Zudem lädt eine Zitatesammlung in einer kleinen Box zur Inspiration und Diskussion ein.

Die Kuratorinnen betonen, dass diese Auswahl nur ein Anfang sein kann, um all jenen Frauen ein Gesicht zu geben, die oft leise, aber nachhaltig an der Gemeinschaft mitgewirkt haben.

Mehr unter: www.heimatmuseum-seelze.de

Eine Frau steht im Museum. Die Tafeln im Hintergrund sind unscharf. Auf dem Bild steht: Barrierefrei kommunizieren im Museum mit Leichten Bildern. Expertenwissen kompakt. Workshop am 23. Septemner 9 - 11 Uhr
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