Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst in München lud zu einem besonderen Abend ein: Am 12. September 2025 sprach Prof. Dr. Joachim Kügler (Universität Bamberg) im Rahmen der Manfred-Görg-Gedächtnisvorlesung über das Thema „Hatschepsut nach der Taufe – Zum Machteffekt weiblicher Geschlechtswechsel, ägyptisch und christlich“.
Im Zentrum stand die ägyptische Pharaonin Hatschepsut (reg. ca. 1479–1458 v. Chr.), die sich in ihrer Selbstdarstellung zunehmend als männlicher Herrscher inszenierte. Kügler beleuchtete die politischen und religiösen Hintergründe dieser bewussten „Vermännlichung“ und zeigte, wie eng Körperbilder und Herrschaftsstrukturen miteinander verknüpft waren.
Die historische Analyse schlug zugleich eine Brücke in die frühchristliche Zeit: Auch in den Paulusgemeinden spielte die geschlechtliche Codierung von Macht und Status eine zentrale Rolle. Der Vortrag thematisierte, warum Frauen dort als „Söhne Gottes“ bezeichnet wurden – und dennoch bestimmten äußeren Normen, etwa zur Haartracht, unterworfen blieben.
Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Verein Freunde Abrahams e.V. – Gesellschaft für religionsgeschichtliche Forschung und interreligiösen Dialog statt und setzte ein Zeichen für den Austausch über Geschlechterrollen und religiöse Traditionen in der Antike.
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