Familienfotos vor dem Schlossplatz, Geschichten von Ankommen und Heimatfinden – die Ausstellung „Stuttgart Hatırası” macht sichtbar, wie türkische Einwandererfamilien die Stadtgeschichte Stuttgarts mitgeschrieben haben.
Hatıra bedeutet Erinnerung. Und Erinnerungen sind es, die im Mittelpunkt der neuen Ausstellung im StadtPalais Stuttgart stehen: persönliche Fotografien und Geschichten türkischer Einwanderer und ihrer Familien, die seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Stuttgart zu ihrer Heimat gemacht haben.
Zu sehen sind Aufnahmen, die auf den ersten Blick vertraut wirken – und beim näheren Hinsehen eine besondere Geschichte erzählen: junge Türkinnen und Türken vor den Brunnen auf dem Schlossplatz, Familien im Bad Cannstatter Kurpark, Ausflüge zu den Berger Sprudlern oder auf den Kleinen Schlossplatz. Es sind Erinnerungsfotos, wie sie Menschen überall auf der Welt schießen – und zugleich Dokumente des Ankommens in einer fremden Stadt, eines Lebens zwischen zwei Kulturen und des behutsamen Findens einer neuen Heimat.
Mikroperspektive auf eine geteilte Stadtgeschichte
„Heute kann ich klar sagen, was meine Heimat ist”, sagt Ismail, der 1965 aus der Türkei nach Stuttgart kam und bis heute mit seinen Kindern und Enkelkindern dort lebt. „Da, wo die Familie ist, fühlt man sich zuhause.” Solche Stimmen machen deutlich, was die Ausstellung leisten will: Sie erzählt Stadtgeschichte nicht von oben, sondern aus der Mikroperspektive – und macht dabei die schönen wie die schmerzhaften Erfahrungen deutsch-türkischer Einwanderer sichtbar.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart und ist vom 9. Oktober bis zum 14. Dezember kostenlos im StadtPalais zu besuchen.
Mehr unter: www.stadtpalais-stuttgart.de





