In unserer „verbildschirmten“ Welt prasseln Wörter und Bilder ununterbrochen auf uns ein. Die Ausstellung „Seeing Words, Reading Images“ im Berliner PalaisPopulaire setzt dieser visuellen Überflutung Momente der Stille und der Reflexion entgegen. Ein Dialog zwischen der Written Art Collection und der Sammlung der Deutschen Bank.
Was passiert, wenn Schrift zur Kunst wird und Bilder wie Texte gelesen werden müssen? Die Kooperation der beiden renommierten Sammlungen untersucht genau diesen Zwischenraum. Während die Written Art Collection den Fokus auf geschriebene Kunst legt, die auf vielfältige Weise interpretiert werden kann, bringt die Sammlung der Deutschen Bank ihre langjährige Expertise für zeitgenössische Papierarbeiten und Fotografie ein.
Sechs Kapitel über die Welt von heute
Die Kuratoren haben das weite Feld der Wechselbeziehung von Text und Bild in sechs thematische Kapitel unterteilt. Diese fokussieren auf hochaktuelle gesellschaftliche Fragen. Ein zentrales Kapitel widmet sich beispielsweise dem Thema Demokratie und Freiheit. Hier finden sich Arbeiten von Jenny Holzer, die sich mit dem Schwärzen von Dokumenten (Redaction) auseinandersetzt, neben politischen Positionen von Künstlerinnen wie Shirin Neshat und Mounira Al Solh.
Zwischen Globalisierung und Technologie
Die Ausstellung macht globale Perspektiven sichtbar: So zeigen schiitische Landkarten, wie die Welt aus asiatischer Sicht wahrgenommen wird, während William Kentridge die Einflüsse der Technologisierung thematisiert. Besonders eindringlich werden die Themen Exil und Muttersprache behandelt. Für viele Künstler ist die Schrift das primäre Medium, um Erfahrungen von Heimatverlust und Identität Ausdruck zu verleihen.
Kunst als Raum für den Dialog
„Seeing Words, Reading Images“ versteht sich nicht nur als Kunstschau, sondern als Medium für den Diskurs. In einer Zeit politischer Umbrüche bietet die Kunst einen zugänglichen Raum, um über komplexe Themen zu sprechen, die im Alltag oft hinter der visuellen Überflutung verschwinden. Es ist eine Einladung, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und in die Vielschichtigkeit von Sprache und Bild einzutauchen.
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