160.000 Besucherinnen und Besucher im Leopold Museum – nun ist die gefeierte Schau in adaptierter Form im Museum Folkwang Essen zu sehen.

Ein außergewöhnlicher Erfolg
Die Ausstellung „Gustave Courbet. Realist und Rebell” im Leopold Museum Wien zählt zu den erfolgreichsten in der Geschichte des Hauses, das in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert: Rund 160.000 Besucherinnen und Besucher kamen zwischen dem 19. Februar und dem 21. Juni 2026 in die Schau – eine bemerkenswerte Zahl für eine monografische Ausstellung eines Malers des 19. Jahrhunderts.
Acht Jahre Vorbereitung, 120 Leihgaben
Bereits seit 2018 planten Museumsdirektor Hans-Peter Wipplinger und Niklaus Manuel Güdel, Präsident der Société Courbet, diese erste umfassende Courbet-Retrospektive in Österreich. Das Ergebnis: 120 Leihgaben aus bedeutenden Museen und Privatsammlungen ganz Europas, darunter Werke, die noch nie öffentlich zu sehen waren. Ein besonderer Coup gelang mit der Leihgabe von „L’Origine du monde” – eines der bekanntesten und umstrittensten Werke der Kunstgeschichte. Es verließ das Pariser Musée d’Orsay erst zum vierten Mal überhaupt und erstmals seit mehr als zehn Jahren.
Jetzt in Essen: „Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell”
Seit vergangener Woche ist die Ausstellung in leicht adaptierter Form im Museum Folkwang in Essen zu sehen – unter dem Titel „Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell”. Das Museum Folkwang hatte sich vor rund einem Jahr als Kooperationspartner für die zweite Station der Tournee gewonnen lassen. Die Schau läuft noch bis Anfang November 2026. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln erschienen, der Beiträge der europaweit wichtigsten Courbet-Expertinnen und -Experten vereint.
Courbet: Realist, Rebell, Provokateur
Gustave Courbet (1819–1877) gehört zu den prägendsten Figuren der europäischen Kunstgeschichte. Als Begründer des Realismus stellte er die akademischen Konventionen seiner Zeit radikal in Frage – mit ungeschminkten Darstellungen des Alltags, politischem Engagement und einer Selbstinszenierung, die ihrer Zeit weit voraus war. Die Retrospektive zeigt sein Werk in seiner ganzen Breite und Widersprüchlichkeit.
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