Jede große Erfindung braucht nicht nur eine Vision, sondern auch ein solides finanzielles Fundament. Nachdem Graf Zeppelin seinen Militärdienst quittieren musste, stand er vor der Mammutaufgabe, den Bau eines lenkbaren Luftschiffs zu finanzieren. In einem fesselnden Vortrag im Zeppelin Museum Friedrichshafen beleuchtete Barbara Waibel, Leiterin von Archiv und Bibliothek, die Geburtsstunde des ersten Luftschiffunternehmens der Welt.
Der Vortrag fand im Rahmen des Jubiläums „125 Jahre Erstaufstieg LZ 1“ statt und gibt exklusive Einblicke in die wirtschaftlichen Hintergründe eines technischen Abenteuers.
Die Aktiengesellschaft als Motor der Innovation
Im Jahr 1898 gründete Graf Zeppelin die „Gesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt“. Damit legte er den Grundstein für die industrielle Luftschifffahrt. Barbara Waibel geht in ihrer Analyse zentralen Fragen nach, die weit über die reine Technikgeschichte hinausgehen:
- Wer glaubte an den Grafen? Wer waren die Aktionäre und mutigen Förderer, die bereit waren, in ein Projekt zu investieren, das viele Zeitgenossen für pure Phantasterei hielten?
- Die Köpfe hinter dem Unternehmen: Wer bildete den administrativen und strategischen Kern der AG? Wer steuerte die Finanzen, während der Graf die Technik vorantrieb?
- Wirtschaftlicher Wagemut: Der Vortrag zeigt auf, wie aus einer riskanten Idee eine Aktiengesellschaft wurde, die trotz aller Rückschläge den Weg für den Erfolg des Luftschiffs ebnete.
125 Jahre LZ 1: Ein historischer Rückblick
Anlass für diesen Rückblick ist das 125. Jubiläum des Erstaufstiegs des LZ 1. Ohne die Gründung der Fördergesellschaft wäre dieser historische Moment im Juli 1900 über dem Bodensee nie möglich gewesen. Die Veranstaltungsreihe des Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin Museums macht diese oft übersehenen wirtschaftshistorischen Aspekte für die Öffentlichkeit greifbar.
Über die Referentin
Barbara Waibel gilt als eine der profiliertesten Expertinnen für die Geschichte des Hauses Zeppelin. Als Leiterin des Archivs und der Bibliothek des Zeppelin Museums verfügt sie über direkten Zugang zu den Quellen und Originaldokumenten, die die Gründung und den Werdegang der Gesellschaft dokumentieren.
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