Schmerz, Begierde, Zerrissenheit – eine großangelegte Ausstellung konfrontiert ab 18. September 2026 die beiden bedeutendsten figurativen Maler des 20. Jahrhunderts.

35,5 × 30,5 cm, Öl auf Leinwand
Private Collection © The Estate of Francis Bacon /All rights reserved / Bildrecht, Wien und DACS, London 2026
Eine Begegnung zweier Giganten
Ab 18. September 2026 zeigt die Albertina Wien mit „Picasso – Bacon. What It Feels Like to Be Human” eine der ambitioniertesten Ausstellungen des Jahres: eine spannungsvolle Gegenüberstellung von Pablo Picasso und Francis Bacon – den zwei bedeutendsten figurativen Malern des 20. Jahrhunderts. Rund 70 Schlüsselwerke aus internationalen Museen und Privatsammlungen machen die Tiefe dieser künstlerischen Verwandtschaft sichtbar.
Der Sohn, der den Vater übertreffen wollte
Unter dem Eindruck von Picassos Werk fasste Francis Bacon den Entschluss, Maler zu werden. Sein Leben lang rang er mit dieser übermächtigen Vaterfigur – und strebte letztlich danach, sie zu übertreffen. Für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wollte Bacon das sein, was Picasso für die erste war: Chronist des Menschseins in all seiner Zerrissenheit. Obwohl Picasso selbst nicht von Bacon beeinflusst war, verfolgte er dessen Karriere aufmerksam.

64 × 46 cm, Öl auf Papier
© Succession Picasso / Bildrecht, Wien 2026, © Foto: bpk/Nationalgalerie, SMB, Museum Berggruen/ Jens Ziehe
Der Mensch als zerrissenes Wesen
Beide Künstler rückten die menschliche Existenz ins Zentrum ihrer Bildwelt. Beide beschäftigte der menschliche Körper – zerrissen, neu zusammengesetzt, mit radikaler Kraft neu erfunden. In ihren verzerrten Darstellungen zeigen sie Schmerz, Begierde und Verletzlichkeit und halten der modernen Seele einen schonungslosen Spiegel vor. Kreuzigungen, Schreie, Stierkampf, Akte und die „Tränen des Eros” – in beiden Œuvres offenbaren diese Motive das Drama des Lebens in seiner ganzen Unausweichlichkeit.
70 Schlüsselwerke, eine eindrucksvolle Konfrontation
Die Ausstellung illustriert in direkter Gegenüberstellung die Gemeinsamkeiten im Werk beider Meister und macht zugleich deutlich, welche Bedeutung Picasso für die nachfolgende Künstlergeneration hatte. Was entsteht, wenn man die beiden nebeneinanderstellt, ist kein bloßer Vergleich – sondern ein Dialog über das Wesen des Menschen, der bis heute nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat.
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