„Das Surren trägt Hufe“ – Myriam Gämperli in der Kunsthalle Wil

Vom 15. August bis 27. September 2026 zeigt die Kunsthalle Wil die Ausstellung „Das Surren trägt Hufe“ von Myriam Gämperli. Zwischen Skulptur, Performance, Malerei und Installation entwickelt die Zürcher Künstlerin hybride Bildwelten, in denen gewohnte Ordnungen ins Wanken geraten.

Die Arbeiten von Myriam Gämperli bewegen sich zwischen Vertrautem und Irritation. In Anlehnung an die surrealistische Tradition des Arrangements verbindet die Künstlerin unterschiedliche Materialien, Körper und Motive zu eigensinnigen Szenen. Dabei entsteht ein augenzwinkernder Charme, der ihre Inszenierungen ebenso prägt wie die Frage, was als normal, schön oder eindeutig wahrgenommen wird.

Für ihre Arbeiten schafft Gämperli Räume, in denen bestehende Hierarchien außer Kraft gesetzt werden. Die Schwerkraft scheint aufgehoben, Körper lösen sich aus ihren gewohnten Grenzen und Identitäten bleiben bewusst beweglich. Häufig tritt die Künstlerin selbst als hybrides Wesen auf – irgendwo zwischen Objekt und Subjekt.

Zwischen Körper, Natur und urbanem Raum

Die skulpturale Performance wird bei Gämperli zum Werkzeug, um unterschiedliche Identitäten anzunehmen und körperliche Vorstellungen neu zu verhandeln. Ihre Figuren bewegen sich dabei entlang der Themenfelder Natur, Geschlecht und Schönheit. Eindeutige Zuordnungen werden vermieden, stattdessen entstehen Mischformen, die sich einer festen Definition entziehen.

Die bühnenartigen Szenarien speisen sich aus dem Alltag der Künstlerin, der zwischen dem urbanen Zürich und der Natur in Bettens SG verläuft. Diese unterschiedlichen Lebenswelten finden Eingang in Collagen, Malereien, Installationen, Performances und Tänze. Gegensätze treffen aufeinander und werden zu wiederkehrenden Motiven ihres künstlerischen Vokabulars.

Dabei spielt auch Gämperlis eigene Biografie eine Rolle. Aufgewachsen in einem kleinen Weiler mit rund 75 Einwohner und später in Städten wie London, Berlin und Zürich lebend, kennt sie sehr unterschiedliche soziale und kulturelle Räume. Begegnungen mit Randgruppen und Subkulturen an den Schnittstellen von Kunst und Brauchtum haben ihre Perspektive nachhaltig geprägt.

Zwischen Verwandlung und Widerstand

„Das Surren trägt Hufe“ lässt sich damit als eine Einladung zur Verwandlung lesen. Gämperlis Arbeiten stellen vertraute Kategorien infrage, ohne sie durch neue, ebenso starre Definitionen zu ersetzen. Stattdessen entstehen offene Zwischenräume, in denen Körper, Rollen und Materialien ihre gewohnten Funktionen verlieren können.

Der Ausstellungstitel selbst verweist auf diese poetische Verschiebung: Etwas Unsichtbares bekommt Körperlichkeit, etwas Vertrautes wird in eine ungewohnte Beziehung gesetzt. Genau aus solchen Brüchen entwickelt Myriam Gämperli ihre surreal anmutenden Szenarien.

Produktion: arttv.ch
Mehr unter: kunsthallewil.ch




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