Künstlerinnengespräch mit Dorothee Golz: Zwischen KI-Kritik und Renaissance-Faszination

Das Künstlerinnengespräch zwischen Kurator Johannes Rauchenberger und der Künstlerin Dorothee Golz am 9. Mai 2026 in der Ausstellung „Gott hat kein Museum“ bot weit mehr als eine klassische Werkbetrachtung. Im Zentrum stand eine intensive Auseinandersetzung mit Zeit, Bildlichkeit und der Frage nach Transzendenz in der Kunst.

Kritik an KI-Kunst: Fehlende Tiefe und Zeitlichkeit

Gleich zu Beginn wurde das Thema Künstliche Intelligenz angesprochen – jedoch nicht als zukunftsweisendes Werkzeug, sondern kritisch hinterfragt. Golz formulierte deutlich, dass KI-generierte Bilder eine zentrale Dimension vermissen lassen: den Prozess.

Für sie fehlt bei KI die echte Auseinandersetzung mit dem Werk – sowohl inhaltlich als auch zeitlich. Während klassische Kunst aus einem oft langwierigen, körperlich und geistig durchdrungenen Schaffensprozess entsteht, basiert KI auf schnellen Eingaben und algorithmischen Ergebnissen. Das Resultat kann visuell überzeugen, bleibt jedoch in ihrer Sicht oberflächlich.

Das eigene Verfahren: Ein Spiel mit Zeit und Unwiederholbarkeit

Im Kontrast dazu erläuterte Golz ihr eigenes künstlerisches Verfahren. Ihre „digital paintings“ entstehen nicht durch einfache digitale Manipulation, sondern durch präzise inszenierte, performative Prozesse am Set.

Zentral ist dabei die Idee der extremen Zeitlichkeit:

  • Jeder Moment ist einzigartig
  • Jede Aufnahme ist unwiederholbar
  • Der Prozess ist Teil des Kunstwerks

Diese Herangehensweise verleiht ihren Arbeiten eine besondere Authentizität und Tiefe – etwas, das sie in KI-generierten Bildern vermisst.

Mehr unter: kultum.at

Anzeige
Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

Newsletter