Die „Bauernmöbellandschaft“ im Sumerauerhof in St. Florian 

Der Begriff „Bauernmöbel“ verleitet bei wörtlicher Auslegung im Sinn von „Möbel von und für Bauern“ zu falschen Vorstellungen. Nur selten wurden diese Möbel von Bauern selbst hergestellt. Ihre Produzenten waren Landtischler, die häufig zusätzlich Landwirtschaft betrieben, da das Handwerk allein den Lebensunterhalt oft nicht sicherte. Sie arbeiteten unter anderen Bedingungen als städtische Zunfttischler – mit geringeren Auflagen, weniger Gesellen und preiswerteren Materialien. Diese Unterschiede wurden unter anderem in der Theresianischen Handwerksordnung von 1762 festgelegt.

Seit dem 16. Jahrhundert verbreitete sich die farbige Malerei als Dekorationsform auf ländlichen Möbeln. Mit der sogenannten Bauernmalerei sollten kostbare Materialien wie Marmor oder Edelhölzer imitiert und an die Möbelkultur von Adel und Stadtbürgertum angeknüpft werden. Gefertigt wurden die Möbel aus regional verfügbarem Weichholz.

Die meisten der oberösterreichischen Bauernmöbel wurden als “Brautgut” (Mitgift) zur Hochzeit hergestellt. Sie dienten der sozialen Absicherung der Braut und waren oft sogar im Ehevertrag vermerkt. Ganz nach Wunsch der Brautleute wurden Möbel wie Kasten, Bett, Truhe oder Wiege eigens angefertigt – mitsamt Heimtextilien und Hausrat, die für ein ganzes Leben reichen sollten.

Bauernmöbel als Mitgift?

2026 widmet sich der Sumerauerhof unter dem Motto „Do It Yourself!” mit zwei Ausstellungsschwerpunkten der Frage, wie viel Gestaltungskraft in alltäglichen Handlungen stecken kann. Die Ausstellungen verbinden regionale Geschichte und Naturwissen mit aktuellen Themen wie Nachhaltigkeit, Eigeninitiative und Zukunftssinn.

Mehr unter: www.ooekultur.at/location-detail/sumerauerhof

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Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

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