Hybrid Pleasures: Helen Chadwick im Dialog mit Liesl Raff

Das Kunsthaus Graz widmet der britischen Konzeptkünstlerin Helen Chadwick (1953–1996) eine umfassende Schau. Chadwick gilt als wegweisende Vorläuferin der Young British Artists um Damien Hirst und Tracey Emin. Ihr Œuvre zeichnet sich durch die Verwendung unkonventioneller Materialien wie Schokolade, Fell oder Fleisch aus. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit dem Organischen, dem Lebendigen sowie Prozessen des Wachstums und des Verfalls. Ihre Arbeiten thematisieren die Verbundenheit mit dem eigenen physischen Ich und klammern auch das Altern und den Tod nicht aus.

Der Dialog der Generationen

In der Grazer Ausstellung treten Chadwicks Arbeiten in einen Dialog mit Werken der in Wien lebenden Künstlerin Liesl Raff. Raff ist in den vergangenen Jahren insbesondere durch großformatige Rauminstallationen aus Latex international bekannt geworden. Ihre begehbaren Skulpturen schaffen Rückzugsorte und erforschen die Verbindung zwischen Körper, Raum und Material. Beide künstlerischen Positionen eint der Fokus auf eine sinnliche, erfahrbare Wahrnehmung, die über das rein Intellektuelle hinausgeht.

Aufbrechen von Gendernormen

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Schau liegt in der Dekonstruktion von Stereotypen. Am Beispiel vermeintlich klar besetzter Motive wie Blumen werden traditionelle Zuschreibungen von „männlich“ und „weiblich“ aufgebrochen. Die Ausstellung überführt diese Kategorien in einen hybriden, fluiden Raum. Das groß angelegte Projekt mit über 70 Arbeiten entstand in Kooperation mit dem Hepworth Wakefield, dem Museo Novecento in Florenz sowie dem Nachlass der Künstlerin (Helen Chadwick Estate).

Mehr unter: www.museum-joanneum.at/kunsthaus-graz

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