Kribbelige Unruhe: Wenn aus Alltags-Albernheiten große Bildhauerei wird (Serie)

In der neuen Ausstellung „Kribbelige Unruhe“ im Gerhard-Marcks-Haus Bremen präsentiert die Künstlerin Clémence van Lunen Werke, die das Spielerische und das Monumentale auf faszinierende Weise vereinen. Museumsdirektor Arie Hartog führt uns in eine Welt, in der kleine Modelle zu gigantischen Tonskulpturen erwachsen.

Wer die Räume des Gerhard-Marcks-Hauses betritt, wird derzeit von einer ganz besonderen Energie empfangen. Die Ausstellung der Künstlerin Clémence van Lunen besticht durch einen Kontrast, der auf den ersten Blick fast unmöglich erscheint: die Verbindung von kindlicher Leichtigkeit und schwerer, ernsthafter Bildhauerei.

Das Kleine im Großen: Die Kunst der Skalierung

Clémence van Lunen hat sich einer außergewöhnlichen Aufgabe verschrieben. Sie nimmt das lebendige, oft spontane und spielerische Wesen winziger Modelle und überträgt es in großformatige Tonskulpturen.

  • Die Herausforderung: Was für den Betrachter oft „ganz einfach“ aussieht, ist in Wahrheit ein technischer Kraftakt. Laut Direktor Arie Hartog müsste man eigentlich „ein Riese sein“, um diese Skizzenhaftigkeit in solch massiven Dimensionen beizubehalten.
  • Der „Wow-Effekt“: Durch diese ungewöhnliche Arbeitsweise entsteht ein ganz besonderer Flair. Die Werke strahlen eine enorme Präsenz aus, wirken aber gleichzeitig fast schwebend leicht – ein Effekt, der durch die kräftige Farbwahl noch verstärkt wird.

Von „Albernheiten“ zur ernstzunehmenden Kunst

Das Themenspektrum von van Lunen ist ebenso unkonventionell wie ihre Technik. Sie greift oft „alberne“ oder völlig alltägliche Motive auf und verwandelt sie durch ihren kreativen Prozess in tiefgründige, ernstzunehmende Bildhauerei.

Die Ausstellung lädt dazu ein, den Blick für das Unscheinbare zu schärfen und zu entdecken, wie viel monumentale Kraft in einer einfachen, „kribbeligen“ Idee stecken kann.

Mehr unter: marcks.de

Newsletter