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„Mein Großvater, der Täter”: Lorenz Hemicker liest in Lüneburg

6. August | 18:00

Ein FAZ-Journalist, ein SS-Offizier als Großvater und das Massaker von Rumbula – eine Spurensuche, die mehrere Generationen umfasst und keine einfachen Antworten kennt.

Lorenz Hemicker steht im F.A.Z.-Studio für ein Porträt. Aufgenommen am 12. Juli 2024 in Frankfurt am Main
Lorenz Hemicker © F.A.Z.-Foto / Lucas Bäuml

Eine Lesung über Schuld, Schweigen und Familiengeschichte

Am Donnerstag, den 6. August 2026, um 18 Uhr laden das Nordost-Institut und das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg zu einer Lesung mit Lorenz Hemicker ein. Der Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellt sein 2025 erschienenes Buch „Mein Großvater, der Täter: Eine Spurensuche” vor – eine der eindringlichsten Auseinandersetzungen der jüngeren deutschen Literatur mit Täterschaft, Familiengeschichte und dem langen Schweigen der Nachkriegsgenerationen.

Rumbula 1941: Ein Massaker und sein Konstrukteur

Im November und Dezember 1941 ermordeten SS und ihre Helfer im Wald von Rumbula bei Riga über 27.000 Juden. Die Gruben, in denen die Menschen erschossen wurden, konstruierte SS-Offizier Ernst Hemicker – der Großvater von Lorenz Hemicker. Verurteilt wurde er dafür nie. Er lebte nach dem Krieg weiter, als wäre nichts geschehen.

Eine Reise, die mit einem Tod beginnt

Als Lorenz Hemicker gemeinsam mit seinem Vater nach Lettland reisen will, um mehr über die Taten des Großvaters zu erfahren, stirbt der Vater unerwartet. Diese Zäsur wird zum Ausgangspunkt einer jahrelangen Spurensuche: an den Ort des Massakers, zu Überlebenden des Holocaust in Riga, in die Tiefen deutscher Kriegsarchive. Was Hemicker findet, ist kein abgeschlossenes Bild – sondern eine Geschichte voller Lücken, Verdrängungen und schmerzhafter Erkenntnisse.

Ein Journalist auf Spurensuche

Lorenz Hemicker, 1978 in Gummersbach geboren und im Sauerland aufgewachsen, studierte Architektur sowie Kommunikations- und Politikwissenschaft in Aachen und arbeitet heute als renommierter Journalist bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mit „Mein Großvater, der Täter” hat er ein Buch geschrieben, das zugleich Familiengeschichte, Zeitzeugnis und journalistische Recherche ist.

Nordost-Institut

Lindenstraße 31
21335 Lüneburg, Niedersachsen
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