Maria Magdalena: Zwischen Sünderin und Heiliger – Große Doppelausstellung im Städel Museum und Liebieghaus

Vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027 zeigen das Städel Museum und das Liebieghaus erstmals im deutschsprachigen Raum eine umfassende Schau über die wohl wandelbarste Figur der Kunstgeschichte. Über 100 Meisterwerke vom Mittelalter bis heute erzählen von einer Frau, die seit Jahrhunderten fasziniert, provoziert und dabei immer wieder neu erfunden wurde.

Maria an einem Tisch sitzend, die linke Hand auf einem Totenschädel ohne Kiefer. eine Lichtquelle hinter dem Totenschädel wirft einen Schein auf Marias Gesicht. In einem Spiegel auf dem Tisch spiegelt sich der Totenschädel. Marias Blick geht zum Spiegelbild des Schädels.

Georges de la Tour, Büßende Maria Magdalena, ca. 1635-40
Öl auf Leinwand, 113 x 92,7 cm. National Gallery of Art, Washington

Ein Leben, viele Gesichter

Sie war treue Jüngerin, Büßerin, ekstatische Heilige und feministische Ikone: Maria Magdalena ist eine der facettenreichsten Frauenfiguren der Bibel und der Kunst. Ihre Geschichte ist vor allem eine Geschichte der Wandlungen – und der Blicke, die Männer und Frauen der jeweiligen Epoche auf sie warfen. Wie sich Vorstellungen von Glaube, Körper und gesellschaftlichen Rollen im Laufe der Jahrhunderte verschoben, lässt sich an kaum einer anderen Gestalt so eindrücklich ablesen wie an der Magdalena.

Zwei Häuser, ein Panorama

Mit „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ präsentieren das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung erstmals im deutschsprachigen Raum eine große Doppelausstellung, die der biblischen Frau in all ihren künstlerischen Verwandlungen gewidmet ist. Ausgehend von zentralen Werken der eigenen Sammlungen beider Häuser werden über 100 hochkarätige Gemälde, Skulpturen und Grafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart zusammengeführt. Dabei erscheint Maria Magdalena nicht nur als Projektionsfläche kultureller und religiöser Sehnsüchte, sondern als eigenständige, vielstimmige Figur.

Stars der Kunstgeschichte und bedeutende Leihgaben

Zu den Highlights zählen fünf exzellente Werke aus der National Gallery in London sowie weitere Leihgaben aus der Berliner Gemäldegalerie, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Louvre in Paris, den Vatikanischen Museen und der National Gallery of Art in Washington.

Die Schau setzt bewusst auf weibliche Perspektiven: Arbeiten von Künstlerinnen wie Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Luisa Roldán, Lotte Laserstein, Kiki Smith, Marlene Dumas und Nieves González bilden eine besondere Facette. Daneben werden Hauptwerke bedeutender Künstler wie Albrecht Dürer, Pedro de Mena, Guercino, Georges de la Tour, Claude Lorrain, Arnold Böcklin, Max Beckmann und David LaChapelle gezeigt.

Stimmen zur Ausstellung

„Maria Magdalena fasziniert, weil sich an ihr die wechselnden Vorstellungen von Frauen, Glauben und Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg besonders eindrücklich ablesen lassen. Ihre Geschichte ist deshalb immer auch eine Geschichte der Blicke auf sie.”

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung, betont die einzigartige Möglichkeit der beiden Häuser, diese Entwicklung über Epochen und geografische Grenzen hinweg zu verfolgen.

Die Kuratoren Bastian Eclercy (Städel Museum) und Stefan Roller (Liebieghaus) ergänzen:

„Über fast ein Jahrtausend hinweg wurde Maria Magdalena in den unterschiedlichsten Medien und Epochen immer wieder neu dargestellt. Im direkten Gegenüber der Werke werden überraschende Verbindungen sichtbar, aber auch die tiefgreifenden Veränderungen, die das Bild Maria Magdalenas im Laufe der Zeit erfahren hat.”

Mehr unter: staedelmuseum.de

Anzeige

Newsletter