Josef Kaiser: Der Architekt der Karl-Marx-Allee im Porträt

Kino International, Staatsbauten, Spannungsfelder – die Berlinische Galerie zeigt die erste umfassende Ausstellung zu einem der prägendsten Architekten der DDR.

Eine überfällige Würdigung

Vom 28. August 2026 bis 1. Februar 2027 zeigt die Berlinische Galerie die Ausstellung „Josef Kaiser. Bauen für die DDR” – die erste umfassende Präsentation zu Leben und Werk eines der bedeutendsten Architekten der DDR. Josef Kaiser (1910–1991) war zwischen 1950 und 1984 federführend an zahlreichen repräsentativen Staatsbauten beteiligt und hinterließ ein Werk, das das Stadtbild Berlins bis heute prägt.

Die Karl-Marx-Allee: Moderne als politisches Statement

Internationale Beachtung fanden vor allem Kaisers Entwürfe an der Berliner Karl-Marx-Allee. Die modernen Bauten galten als Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses der DDR – Architektur als Botschaft, als Repräsentation und als Versprechen. Viele seiner Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz, darunter das ikonische Kino International, das zu den bekanntesten Bauten der DDR-Moderne zählt.

Zeichnungen, Modelle, Fotografien: Ein Werk erstmals vollständig

Die Ausstellung zeigt erstmals Leben und Werk anhand von Zeichnungen, Collagen, Fotografien, Filmen und Modellen. Sie beleuchtet dabei nicht nur die ästhetischen Qualitäten seiner Architektur, sondern auch die politischen und ästhetischen Spannungsfelder, in denen Kaiser arbeitete – zwischen staatlichem Auftrag, künstlerischem Anspruch und den Grenzen des Systems.

Deutsch-deutsche Baugeschichte neu betrachtet

Zeitgenössische künstlerische Positionen eröffnen neue Perspektiven auf Kaisers Erbe als Teil der deutsch-deutschen Baugeschichte. Die Ausstellung fragt, wie wir heute mit diesem Erbe umgehen – und was die Architektur der DDR über Gesellschaft, Macht und Ästhetik erzählt.

Produktion: 3B-Produktion

Mehr unter: berlinischegalerie.de

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