Ein violetter Abendhimmel, eine schwebende Baumkrone, ein heller Vollmond – und ein Gemälde, das nie fertig wurde. Das Bild des Monats gibt Einblicke in die Werkstatt eines Malers.
Ein Gemälde zwischen Anfang und Ende
Fritz Overbeck hat „Mond über Bergkuppe” nie vollendet. Und doch hat er es nicht vernichtet – ein stilles Zeugnis dafür, dass in diesem unvollendeten Zustand etwas Überzeugendes, vielleicht sogar Unersetzliches steckt. Das Overbeck Museum Bremen zeigt das Werk als Bild des Monats und lädt dazu ein, genauer hinzusehen: Was macht ein unfertiges Gemälde mit dem Blick der Betrachtenden?
Geheimnisvolle Schlichtheit
Die Baumkrone einer Birke schwebt geheimnisvoll vor dem violetten Abendhimmel. Ein heller Vollmond beleuchtet die gespenstische Szenerie – und doch bleibt vieles offen, angedeutet, unausgeführt. Genau darin liegt der eigentümliche Reiz des Werks: In seiner Unvollständigkeit wirkt es überraschend modern, fast abstrakt. Was als Skizze gedacht war, überzeugt als eigenständiges Bild.
Einblick in die Arbeitsweise des Malers
Unvollendete Werke sind kunsthistorisch besonders aufschlussreich – sie zeigen, wie ein Künstler denkt, beginnt und aufbaut. „Mond über Bergkuppe” gibt seltene Einblicke in Fritz Overbecks Arbeitsweise: wie er eine Komposition anlegt, welche Elemente er zuerst setzt und wo der Pinsel innehält. Ein Fenster in den schöpferischen Prozess, das ein fertiges Werk so nie öffnen würde.
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