Heute 19:00: Das Immunsystem als Schüler der Natur: Heilen in der Klimakrise

Unser Immunsystem ist kein starrer Schutzwall, der ständig auf Alarm gebürstet ist. Vielmehr ist es ein hochkomplexes, lernendes System, das den ständigen Austausch mit seiner Umwelt braucht. Doch was passiert, wenn sich diese Umwelt durch Klimawandel und Verschmutzung radikal verändert? Am 28. April 2026 gibt die renommierte Umweltmedizinerin Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann im Livestream des Deutschen Museums Antworten.

Im Rahmen der Sonderausstellung „Planetary Health“ zeigt sie auf, wie eng unsere Haut, unsere Lunge und unser Herz mit dem Zustand unseres Planeten verknüpft sind – und warum Wissen in diesem Zusammenhang die beste Medizin ist.

Kontakt statt Isolation: Wie wir Widerstandskraft lernen

Die moderne Umweltmedizin bricht mit alten Denkmustern. Das Immunsystem wird heute als ein System begriffen, das durch „Bekanntschaften“ wächst:

  • Mikrobielle Vielfalt: Der Kontakt mit vielfältigen Mikroben, natürlicher Nahrung und einer intakten Natur trainiert unsere Abwehr.
  • Das Risiko der Reinheit: Fehlt dieser Austausch, steigt das Risiko für Fehlreaktionen des Körpers. Allergien und Neurodermitis sind oft die Folge eines „unterforderten“ oder falsch geprägten Immunsystems.
  • Biologische Toleranz: Resilienz entsteht durch Kontakt, nicht durch Abschottung. Das gilt für unsere Zellen ebenso wie für unsere Gesellschaft.

Wenn die Umwelt krank macht – und wie wir heilen

Umweltbedingte Erkrankungen sind heute allgegenwärtig, aber sie sind kein Schicksalsschlag. Die Forschung hat die molekularen Grundlagen von Allergien und Hautkrankheiten mittlerweile so weit entschlüsselt, dass viele davon nicht nur behandelbar, sondern teilweise heilbar sind.

  1. Prävention durch Wissen: Wer versteht, wie Pollenflug, Luftverschmutzung und Hitze zusammenwirken, kann gezielt Vorsorge treffen.
  2. Ganzheitlicher Blick: Die Umweltmedizin betrachtet den Menschen nie isoliert. Eine gesunde Haut braucht eine gesunde Umwelt.
  3. Klimawandel als Gesundheitsfaktor: Prof. Traidl-Hoffmann erforscht intensiv, wie die Erderwärmung bestehende Krankheitsbilder verschärft und neue Herausforderungen für unser Immunsystem schafft.

Die Expertin: Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann

Claudia Traidl-Hoffmann gehört zu den führenden Stimmen der deutschen Umweltmedizin:

  • Position: Direktorin des Instituts für Umweltmedizin und Integrative Gesundheit (EMIH) am Universitätsklinikum Augsburg.
  • Expertise: Ärztin für Dermatologie und Allergologie mit Fokus auf die Auswirkungen des Klimawandels.
  • Engagement: Sie ist eine gefragte Politikberaterin und setzt sich leidenschaftlich für eine verständliche Wissenschaftskommunikation ein.

Mehr unter: deutsches-museum.de

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