Fragmente eines Lebens: Die Sammlung Hans-Hasso von Veltheims in der Moritzburg

Er war Weltreisender, Visionär und ein leidenschaftlicher Sammler an der Schnittstelle der Kulturen: Hans-Hasso von Veltheim (1885–1956). Das Kunstmuseum Moritzburg widmet dieser schillernden Persönlichkeit nun eine besondere Kabinettausstellung. Erstmals werden bedeutende Teile seiner Sammlung präsentiert, die nach einer wechselvollen Geschichte als Dauerleihgaben in das Museum zurückgekehrt sind.

Erfahren Sie hier mehr über einen Kunstschatz, der von Ostrau in die Welt und zurück nach Halle führte.

Ein Refugium für die Avantgarde und die Welt

Nachdem von Veltheim 1927 das Schloss und Gut Ostrau geerbt hatte, schuf er dort ein einzigartiges geistiges Zentrum. Seine Sammlung spiegelte seine universale Neugier wider:

  • Außereuropäische Kunst: Kostbare Objekte, die er auf seinen ausgedehnten Weltreisen (u.a. nach Asien) erwarb.
  • Alte Meister & Avantgarde: Neben klassischer Kunst förderte er zeitgenössische Künstler der Moderne und schuf einen Dialog zwischen den Epochen.
  • Ort der Begegnung: Schloss Ostrau wurde unter ihm zu einem Treffpunkt für Intellektuelle, Anthroposophen und Künstler.

Enteignung, Flucht und späte Rückkehr

Das Ende des Zweiten Weltkriegs markierte einen tiefen Einschnitt. Im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurde von Veltheim enteignet. Während ihm die Flucht in den Westen gelang, blieb seine Sammlung zurück und wurde teilweise in das Kunstmuseum Moritzburg überführt.

Nach der Wiedervereinigung und der Restitution der Werke an die Erben gelang 2019 ein wichtiger Erfolg für das Museum: Zahlreiche Objekte kehrten als Dauerleihgabe zurück. Die aktuelle Schau macht diese „Fragmente eines Lebens“ nun erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Warum sich der Besuch lohnt

Die Ausstellung ist mehr als eine reine Kunstpräsentation; sie ist das Porträt eines außergewöhnlichen Menschenschicksals im 20. Jahrhundert. Sie zeigt, wie Kunstbesitz durch politische Umbrüche zerrissen wurde und wie wichtig die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Biografien für unser heutiges Verständnis von Sammlungsgeschichte ist.

Mehr unter: www.kunstmuseum-moritzburg.de

Museumskalender

Bild mit der Aufschrift "Museumsnachrichten". Link zu den Nachrichtentexten auf museumsfernsehen.de

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