Düsseldorf zeigt erste große Immendorff – Retrospektive im Kunstpalast

Win abstraktes bild von Jörg Immendorff. Auf rötlichem Hintergrund ist ein vierbeiniges Tier in blau angedeutet. Zwei starke Pinselstriche liegen wie ein X über dem Bild. Darüber steht in weiß mit Pinsel geschrieben "Hört auf zu malen"
Jörg Immendorff, Hört auf zu malen, um 1966, Kunstharz auf Leinwand, 132 × 132 cm, Van Abbemuseum, Eindhoven, Foto: Farbanalyse, © Nachlass Jörg Immendorff

Er galt als einer der wichtigsten deutschen Künstler seiner Generation, lebte kontrovers und war weltweit als „Malerfürst” bekannt. Doch in der Stadt, in der er jahrzehntelang wirkte, fehlte bisher eine große Werkschau. Der Kunstpalast Düsseldorf holt das nun nach: Ab Herbst 2026 zeigt er die erste umfassende Retrospektive von Jörg Immendorff.

Düsseldorf – seine Stadt, seine erste Schau

Es ist fast erstaunlich: Jörg Immendorff (1945–2007) studierte, lehrte und arbeitete jahrzehntelang in Düsseldorf. Dennoch gibt es dort bis heute keine umfassende Retrospektive des weltberühmten Künstlers. Der Kunstpalast widmet dem „Malerfürst” daher jetzt eine große Einzelausstellung. Das Projekt wird vom Nachlass des Künstlers unterstützt und spannt den Bogen über sein gesamtes Schaffen.

Vom Akademie-Anfänger bis zum letzten Atelierwerk

Die Ausstellung beleuchtet alle Phasen von Immendorffs künstlerischem Werdegang. Sie beginnt mit seinen Anfängen an der Kunstakademie und endet bei den letzten Werken aus seinem Düsseldorfer Atelier. Rund 120 Exponate geben Einblick in ein Leben zwischen kreativem Genie und seinem von ihm selbst gepflegten hartem Image.

Gemälde, Skulpturen und nie gezeigtes Archivmaterial

Das Spektrum der gezeigten Werke ist beeindruckend: Neben großformatigen Gemäldeserien sind Holz- und Bronzeskulpturen zu sehen. Besonders spannend sind bisher unveröffentlichte Zeichnungen und Archivmaterial, die erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. So entsteht ein vielschichtiges Bild des Künstlers, das weit über das bekannte „Malerfürst”-Klischee hinausgeht.

Politik, Provokation und die Rolle des Künstlers

Neben der formalen Bandbreite seines Wirkens steht auch die inhaltliche Auseinandersetzung im Mittelpunkt. Immendorff hinterfragte zeitlebens die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Seine Arbeiten konfrontieren den Betrachter mit drängenden politischen Kontexten seiner Zeit – und lassen zugleich die Widersprüche seiner eigenen Person nicht aus dem Blick. Die Schau im Kunstpalast zeigt damit nicht nur ein Œuvre, sondern auch ein Leben zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Mehr unter: kunstpalast.de

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