Das Neue Stuttgart: Finale einer großen Zeitreise durch die Stadtgeschichte

Von der Novemberrevolution bis Stuttgart 21 – die letzte Folge der Reihe „Stuttgarts Geschichte in 100 Objekten” nimmt das 20. und frühe 21. Jahrhundert in den Blick: voller Aufbruch, Brüche und Widersprüche.

Mit „Das Neue Stuttgart” endet eine außergewöhnliche Ausstellungsreihe: Vier Sonderausstellungen haben die Geschichte Stuttgarts von der Urzeit bis in die Gegenwart erzählt – anhand von insgesamt 100 Objekten, die stellvertretend für ganze Epochen stehen. Der vierte und letzte Teil widmet sich nun der jüngsten Geschichte der Stadt, dem Zeitraum von 1918 bis 2010.

25 besondere Objekte und historische Fotografien führen durch prägende Ereignisse und tiefgreifende Umbrüche: die Novemberrevolution, die Weimarer Reformjahre, die NS-Zeit, den Wiederaufbau, den gesellschaftlichen Wandel der Nachkriegsjahrzehnte und schließlich die Massenproteste rund um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21. Der Titel der Ausstellung ist dabei bewusst gewählt: „Das Neue Stuttgart” war ein Selbstbild, das die Stadt besonders in den 1920er-Jahren prägte – als Ort demokratischer, architektonischer und pädagogischer Erneuerung, als Laboratorium der Moderne.

Aufbruch und Widerspruch

Doch die Ausstellung erzählt keine glatte Erfolgsgeschichte. Sie beleuchtet ebenso die Brüche: die Zerstörung der Demokratie in der NS-Zeit, koloniale Verstrickungen, die lange verdrängt wurden, sowie die Geschichte von Migration, Protest und wachsender Diversität in der Stadtgesellschaft der Gegenwart. Stuttgart erscheint so als ein Ort, der sich immer wieder neu erfinden wollte – und dabei nicht immer mit sich selbst im Reinen war.

Mit dem Abschluss der Reihe liegt nun eine der ambitioniertesten stadtgeschichtlichen Erzählungen der jüngeren Museumsgeschichte vor: eine Einladung, die eigene Stadt neu zu sehen – in ihrer ganzen Tiefe, Vielfalt und Widersprüchlichkeit.

Mehr unter: stadtpalais-stutgart.de

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