Art in a Minute: Die Kunst der Selbstdarstellung – Das Porträt

Ob göttliche Verehrung, herrschaftliche Machtdemonstration oder moderner Blick in die Seele: Das Porträt ist eines der beständigsten Genres der Kunstgeschichte. Ein kurzer Streifzug durch die Jahrhunderte zeigt, wie sich unser Bild vom Menschen gewandelt hat.

Porträts begleiten die Kunstgeschichte bereits seit Jahrtausenden. Doch wer abgebildet wurde und zu welchem Zweck, unterlag einem stetigen Wandel der gesellschaftlichen Werte und künstlerischen Möglichkeiten.

Vom Gott zum Bürger

In der Frühzeit der Kunst waren Porträts fast ausschließlich Gottheiten sowie Königen und Königinnen vorbehalten. Erst mit der Renaissance änderte sich dieser Fokus grundlegend: Mit dem Aufstieg des Bürgertums begannen auch Kaufleute und Gelehrte, sich porträtieren zu lassen, um ihren Platz in der Welt zu behaupten.

Inszenierung und Status

Besonders in der Barockzeit diente das Porträt als Instrument der Inszenierung. Diese sogenannten repräsentativen Bildnisse hatten eine klare Funktion: Der Betrachter sollte auf den ersten Blick den sozialen Status und den Berufsstand der abgebildeten Person ablesen können.

Die Moderne: Gefühle und neue Perspektiven

Im 19. Jahrhundert brach eine neue Ära an. Die Porträts wurden psychologischer; es ging nun vermehrt um die Darstellung von Gefühlen und eine modernere Bildsprache:

  • Gustav Klimt: Er startete seine Karriere mit fast fotorealistischen Porträts, wie man sie bei der „Dame im schwarzen Kleid“ sieht.
  • Perspektivwechsel: Während die „Dame im schwarzen Kleid“ im Profil gezeigt wird – eine bewusste Referenz an barocke Herrscherporträts –, blickt die später gemalte „Sonja Knips“ den Betrachter direkt an.
  • Einfluss des Impressionismus: Bei Werken wie dem Porträt der Sonja Knips wird deutlich, wie Klimt impressionistische Elemente in seine moderne Sprache integrierte.

Auch wenn sich die Stile ändern, bleibt das Porträt ein Dialog mit der Vergangenheit: Moderne Künstler greifen bis heute immer wieder auf die Formeln und Anleihen der Kunstgeschichte zurück.

Mehr unter: belvedere.at

Eine Frau steht im Museum. Die Tafeln im Hintergrund sind unscharf. Auf dem Bild steht: Barrierefrei kommunizieren im Museum mit Leichten Bildern. Expertenwissen kompakt. Workshop am 23. Septemner 9 - 11 Uhr
Anzeige

Newsletter