Die Ausstellung thematisiert die Stimmung der Unsicherheit, die Entzauberung der Welt, aber auch die Weltflucht und Sehnsucht nach Sagenhaftem. In den Werken dieser Zeit tauchen vermehrt Spiegel, Zwitterwesen und Innenräume auf, Objekte und Symbole des verunsicherten Ichs. Menschen werden undefinierbar, entfremdet und flüchtig wiedergeben, die klare Vorstellung vom Ich zerfällt immer mehr. Idyllische Landschaftsmalereien weichen einem bedrohlichen und monumentalen Naturbild. Die Spannung zwischen dem Belebten und dem Unbelebten zeigt sich besonders in Ferdinand Hodlers «Aufstieg und Absturz» (1894).

Teaser #2

Das Kunstmuseum Bern zeigt rund 200 Werke seiner Sammlung aus der Perspektive von Sigmund Freuds Text zu den drei narzisstischen Kränkungen des Menschen. Die umfangreiche Sammlungsausstellung zeigt neben zahlreichen Meisterwerken von Arnold Böcklin, Ferdinand Hodler, Albert Anker, Adolf Wölfli und Félix Vallotton auch Werke von bisher weniger beachteten Künstlerinnen wie Annie Stebler-Hopf oder Clara von Rappard.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist Sigmund Freuds Schrift von 1917 zu den drei narzisstischen Kränkungen der Menschheit. Freud zufolge haben drei wissenschaftliche Entdeckungen das Selbstverständnis des Menschen grundlegend erschüttert: Das Kopernikanische Weltbild, Charles Darwins Evolutionstheorie und Freuds eigene Lehre des Unbewussten. Was Freud in seinem Aufsatz als narzisstische Kränkungen bezeichnet, ist die Einsicht, dass der Mensch weder Mittelpunkt des Universums noch Herrscher über die Natur und sein eigenes Bewusstsein ist.

Mehr unter www.kunstmuseumbern.ch/Alleszerfällt

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