“Jein” – Franckesche Stiftungen Halle eröffnen interaktive Ausstellung über Orientierung im Leben

Ein junger Mann legt sich einen Umhan an, der wie Schmetterlingsflügel aussieht.
Detail des interaktiven Ausstellungsparcours “Jein!” über Orientierung im Ungewissen. © Falk Wenzel, Quelle: Franckesche Stiftungen

Woran richte ich mich aus? Wie treffe ich Entscheidungen? Was gibt mir Halt? Die Jahresausstellung „JEIN!” im Historischen Waisenhaus lädt Jugendliche und Erwachsene auf eine partizipative Reise durch die Phasen der Orientierungssuche ein.

Eine Ausstellung für die wichtigste Frage des Lebens

Vom 5. September 2026 bis zum 25. April 2027 öffnet im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen in Halle eine Ausstellung, die sich einem hochaktuellen Thema widmet: der Lebensorientierung im Ungewissen. „JEIN! Eine interaktive Ausstellung über Orientierung im Ungewissen” nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch sieben Räume – und stellt dabei Fragen, die alle angehen, junge Menschen aber ganz besonders.

Zielgruppe ernst nehmen: Jugendliche und junge Erwachsene

Kustos Tom Gärtig und Florian Halbauer, Leiter des Bereichs Vermittlung – Junges Museum, haben die Ausstellung gemeinsam mit einem breiten Kuratoren- und Partnernetzwerk entwickelt. Im Mittelpunkt steht eine Zielgruppe, die Museen erfahrungsgemäß schwer erreichen: Jugendliche und junge Erwachsene. Gerade sie befinden sich in einer Lebensphase, in der grundlegende Entscheidungen anstehen – über Ausbildung, Beruf, Werte, Beziehungen. „JEIN!” gibt diesen Fragen Raum – buchstäblich.

Sieben Räume, sieben Phasen

Die Ausstellung gliedert sich in sieben raumgreifende Erlebnisbereiche, die typische Phasen der Orientierungssuche abbilden: Desorientierung, Optionsstress, Wünsche und mehr. Interaktive Spielsituationen, berührende Interviews mit jungen Menschen und gezielte Impulse zur Selbstreflexion wechseln einander ab. Ein Info-, Abstimmungs- und Inspirationsheft begleitet den Rundgang. Den Abschluss bildet der Raum „Takeaway” – ein Mutmacher mit klarer Botschaft: Orientierung ist eine lebenslange Aufgabe, kein einmaliger Entscheid.

Von Jugendlichen für Jugendliche: Partizipation als Prinzip

Besonders bemerkenswert ist die konsequente Einbindung der Zielgruppe in die Entstehung der Ausstellung. In einem Ferienworkshop mit Radio Corax entwickelten Jugendliche des TiQ – dem Jugendclub der Franckeschen Stiftungen – Ideen für den ersten Ausstellungsraum zum Thema Desorientierung, formulierten Texte und produzierten Audiobeiträge im hauseigenen Tonstudio. Weitere Ton- und Textbeiträge entstanden in Kooperation mit Studierenden der Sprechwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Stimmen begegnen den Besucherinnen und Besuchern im „Labyrinth”. Die Gestaltung übernahmen das „Büro für Sinn und Unsinn” sowie das „Kollektiv Plus X” aus Halle.

Bildung für alle – in innovativer Form

Mit „JEIN!” setzen die Franckeschen Stiftungen ihr Kernthema Bildung für alle auf eine in der deutschen Museumslandschaft einzigartige Weise um: inhaltlich zeitgemäß, gestalterisch mutig und konsequent partizipativ. Eine Ausstellung, die nicht über junge Menschen spricht – sondern mit ihnen.

Mehr unter: www.francke-halle.de

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