Fluss(ab)Fluss: Wenn Kunst und Wissenschaft auf das Hochwasser blicken

20 Jahre nach der verheerenden Überschwemmung von 2005 widmet sich das Museum Bruder Klaus in Sachseln einem der prägendsten Naturereignisse der Region Obwalden. Die Ausstellung „Fluss(ab)Fluss“ verbindet technische Ingenieurskunst mit der feinsinnigen Perspektive lokaler Kunstschaffender.

Der Ursprung dieses Projekts ist literarischer Natur: Das Buch „Das Unerwartete“, das am 31. Mai seine Vernissage feiert, bildet das Fundament der aktuellen Frühjahrsausstellung. Im Auftrag des Kantons Obwalden dokumentiert es nicht nur die Katastrophe von 2005, sondern auch die beeindruckenden baulichen Reaktionen darauf – allen voran den Bau des Entlastungskanals vom Sarnersee zum Wichelsee.

Die heilige Barbara im Stollen

Ein emotionales Highlight der Ausstellung ist eine Fotografie, die den Moment des Stollendurchstichs festhält.

  • Symbol der Bergleute: Auf dem Bild ist ein Minenarbeiter zu sehen, der die Figur der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, in den Händen hält.
  • Original-Exponat: Besucher können in der Ausstellung genau jene Statue bewundern, die während der monatelangen, gefährlichen Arbeiten im Stollen über die Arbeiter wachte.

Synergie aus Kunst und Wissenschaft

Während Ingenieure und Wissenschaftler das Hochwasser in harten Fakten und Berichten analysieren, setzen die Kuratoren bewusst auf einen künstlerischen Gegenpol.

  • Besondere Sensibilität: Die beteiligten Künstler betrachten die Naturgewalten und die Landschaft in einem völlig anderen Licht und bringen eine emotionale Tiefe in das Thema ein, die rein wissenschaftliche Berichte nicht leisten können.
  • Regionale Verwurzelung: Der Verein „Kulturlandschaft – Landschaft und Kultur in Obwalden“ (gegründet 2014) fungiert als Mitherausgeber und Brückenbauer zwischen den Disziplinen. Ein Großteil der Werke stammt von Künstlern aus Obwalden, die sich in ihrer Arbeit intensiv mit ihrer heimatlichen Landschaft auseinandersetzen.

Die Ausstellung bietet ein faszinierendes Stimmungsbild einer Region, die gelernt hat, mit der Kraft des Wassers zu leben und sie durch Technik und Kunst gleichermaßen zu verarbeiten.

Produktion: arttv.ch

Mehr unter: www.museumbruderklaus.ch

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Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

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