Wenn sich die Pforten des Hauses für Kunst Uri zur Frühlingsausstellung öffnen, treten Besucher:innen in einen Zwischenraum ein. Hier begegnen sich das fantastische Bestiarium von Annette Barcelo und die rituellen Klanglandschaften von Aio Frei. Eine Doppelschau, die nach den Geistern sucht, die unsere Vergangenheit und Gegenwart bewohnen.
Die Ausstellung verwebt Malerei und Klang zu einer dichten Erzählung über Wissen, das oft am Rande der Vernunft liegt – von mystischen Naturwesen bis hin zu den verdrängten Echos der Hexenverfolgung.
Annette Barcelo: „Bestie, Bellezze e altre Compagne“
Die Basler Künstlerin Annette Barcelo (*1943) bespielt die Haupträume mit einer großen Einzelausstellung. Ihr über Jahrzehnte gewachsenes Werk ist bevölkert von hybriden Wesen, die mal bedrohlich, mal zerbrechlich wirken.
- Das Hybride: Mensch und Tier verschmelzen zu Gestalten, die aus alten Träumen oder vergessenen Märchen zu stammen scheinen.
- Die Passage: Barcelos Bilder sind Schwellenorte. Sie erzählen von den Übergängen zwischen der sichtbaren Realität und einer Welt, in der Natur und Mystik noch eins sind.
Aio Frei: Ein Resonanzraum für das Verdrängte
Im Dachstock des Hauses wird es immersiv. Aio Frei (*1982) hat mit „Es Ring Wolf Stein“ eine komplexe Vierkanal-Soundinstallation geschaffen, die tief in die dunklen Kapitel der Urner Geschichte eintaucht.
- Magisches Weltverständnis: Frei recherchiert zur Geschichte der Hexenprozesse in Uri und dem damit verbundenen Verlust an ritueller Weisheit.
- Kollaborative Heilung: In Zusammenarbeit mit einem vielseitigen Ensemble aus Künstler:innen, Musiker:innen und lokalen Stimmen (u.a. Queerpoint Uri) wird die Installation zu einem Akt der Gemeinschaft.
- Queere Perspektiven: Die Arbeit verknüpft historische Verfolgung mit modernen queeren Praktiken und der Suche nach kollektiven Räumen der Heilung.
Produktion: arttv.ch
Mehr unter: www.hausfuerkunsturi.ch





