Die Ausstellung „Unrecht & Profit“ war die letzte große Schau im Karlsruher Schloss vor dessen mehrjähriger Sanierung. In einer Online-Führung mit Kuratorin Dr. Katharina Siefert lässt sich die Präsentation nun erneut erleben.
Lange galten Museen als unverdächtige Institutionen der NS-Zeit – teils sogar als Opfer, weil ihnen im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ Werke entzogen wurden. Erst die Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust (1998) führte zu einer grundlegenden Neubewertung: Museen und andere kulturgutbewahrende Einrichtungen profitierten nachweislich vom Raub jüdischen Eigentums.
Mit dieser Ausstellung stellt sich das Badische Landesmuseum seiner eigenen Geschichte. Rund 70 Objekte aus den Sammlungen – Keramiken, Gemälde, Skulpturen und Textilien von der Antike bis zum Jugendstil – erzählen von Enteignung, Unrecht und Bereicherung. Alle gezeigten Stücke gelangten während der NS-Zeit unrechtmäßig in den Besitz des Museums.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Jahren 1933 bis 1945, doch auch Erwerbungen aus den 1970er-Jahren werden kritisch beleuchtet. Die Ausstellung macht deutlich, in welchem Umfang das Museum vom systematischen Raub an der jüdischen Bevölkerung profitierte – und wie wichtig die Provenienzforschung für eine ehrliche Aufarbeitung bleibt.
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