Am Donnerstag, 15. Oktober 2026 wurde die Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft. Koloniale und nationalsozialistische Gewalt“ feierlich im Pei-Bau eröffnet. Neben Präsident Raphael Gross sprachen Edward Kissi, Professor für Afrikastudien an der University of South Florida, Mary Fulbrook, Professorin für deutsche Geschichte am University College London, und der Kurator der Ausstellung, Stephan Malinowski.
Über die Ausstellung
Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen zwischen kolonialer Gewalt und den Verbrechen des Nationalsozialismus? Warum wird über mögliche historische Zusammenhänge bis heute kontrovers diskutiert? Mit der Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft. Koloniale und nationalsozialistische Gewalt“ widmet sich das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin einer Debatte, die seit nahezu einem Jahrhundert geführt wird. Die Ausstellung untersucht die Ursprünge dieser Vergleiche und zeigt, wie sich unterschiedliche Deutungen im Laufe der Zeit entwickelt haben. Ziel ist es, eine differenzierte Auseinandersetzung auf Grundlage historischer Fakten zu ermöglichen.
Warum die Debatte bis heute umstritten ist
Die Diskussion über koloniale und nationalsozialistische Gewalt reicht weit über die Geschichtswissenschaft hinaus. Sie berührt grundlegende Fragen der Erinnerungskultur: Wie werden unterschiedliche Opfergruppen öffentlich wahrgenommen? Welche historischen Verbrechen stehen im Mittelpunkt gesellschaftlicher Erinnerung? Und wie lassen sich verschiedene Gewalterfahrungen untersuchen, ohne ihre Besonderheiten zu verwischen?
Einige historische Ansätze betonen mögliche Kontinuitäten zwischen kolonialen Ideologien und nationalsozialistischen Herrschaftsvorstellungen. Andere heben die spezifischen Bedingungen und Ziele der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik hervor und warnen davor, historische Unterschiede durch weitreichende Gleichsetzungen zu überdecken. Diese unterschiedlichen Perspektiven zeigen, weshalb die Debatte bis heute kontrovers geführt wird. Die Ausstellung möchte die Besucherinnen und Besucher dazu befähigen, entsprechende Argumente anhand historischer Zusammenhänge selbst einzuordnen.
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