Der Kunstverein Friedrichshafen zeigt vom 3. Juli bis 30. August 2026 unter dem Titel TRIGGER WARNING die erste institutionelle Einzelausstellung der ukrainischen Künstlerin Alina Kleytman in Deutschland – eine Schau, die keinen sicheren Abstand zur Wirklichkeit anbietet, sondern politische Realität und emotionale Erfahrung unmittelbar aufeinanderprallen lässt.

Kleytman, 1991 in Charkiw geboren, beschreibt ihre künstlerische Methode als „hysterical realism” – ein Begriff, der eine Wirklichkeit benennt, die sich nicht mehr nüchtern betrachten lässt: eine Realität, in der Gewalt, Sexualisierung, Konsum und moralische Selbstdarstellung nicht getrennt voneinander auftreten, sondern sich wie Häute übereinanderlegen. Ihre Praxis verbindet politische Analyse mit mythologischer Übersteigerung, mit Humor, Begehren, Ekel und emotionaler Dringlichkeit.
Skulpturale Hybride und Videoarbeiten
Im Zentrum der Ausstellung stehen neu produzierte Skulpturen und Videoarbeiten. Skulptural-hybride Körper, die zwischen Mensch und Tier changieren, erscheinen als fragile und verletzliche, gleichzeitig laszive und gewaltbereite Hüllen – zusammengesetzt aus Bodybags und Materialien, die an Notversorgung, Schutz und Zerstörung erinnern. Die zentrale Skulptur „Close your eyes and open your mouth” bewegt sich zwischen Monument und Ruine, zwischen Groteske und Verletzlichkeit – und macht sichtbar, wie sich Gewalt in Körper, Bilder und kollektive Vorstellungswelten einschreibt.
Auf den Etagen des Kunstvereins werden drei Videoarbeiten projiziert: „Are u tired?”, „Thank you, Daddy!” und „Cradle of Democracy” – Arbeiten, die Grenzen, Territorien und die Erfahrung eines andauernden Krieges untersuchen.
Kleytmans Werke befinden sich in den Sammlungen der ERSTE Foundation Wien und des Museum of Modern Art Warschau. Sie wurde mit dem Women in Visual Arts Prize des Ukrainian Institute ausgezeichnet. Die Ausstellung entstand mit Unterstützung der Ukrainischen Kulturstiftung im Rahmen des Förderprogramms Culture During War sowie des Ukrainischen Instituts in Deutschland im Rahmen des NUMO Mobilitätsprogramms.
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